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Viele Reiserückkehrer kommen mit Coronavirus nach Hause

Ampullen mit Blutproben

Reiserückkehrer treiben aktuell die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in die Höhe. Das dürfte auch bis mindestens Mitte September 2021 so bleiben.

In einigen Bundesländern lässt sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Anzahl der Reiserückkehrer und dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen herstellen. Allerdings veröffentlichen nicht alle Landesgesundheitsämter derart detaillierte Berichte. Doch die Entwicklung dürfte bundesweit ähnlich verlaufen, auch wenn es aktuell bei der 7-Tages-Inzidenz ein deutliches Gefälle von Westen nach Osten gibt.

Wie hat sich der Anteil der Reiserückkehrer mit COVID-19 entwickelt?

Beginnend mit der Kalenderwoche 26 war in Baden-Württemberg ein deutlicher Anstieg des Anteils der Reiserückkehrer an der Gesamtzahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus zu beobachten. Er verstärkte sich in der Kalenderwoche 31 signifikant. Zu diesem Zeitpunkt kamen die ersten Familien mit Kindern aus dem Sommerurlaub im Ausland zurück. Binnen einer Woche verdoppelte sich die Anzahl der Menschen, die sich im Auslandsurlaub mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Von Anfang Juni bis zum 19. August 2021 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 2037 Fälle einer Ansteckung im Ausland gemeldet. Die Hälfte dieser Meldungen entfällt auf die Kalenderwochen 32 und 33. Reiserückkehrer machen inzwischen in Baden-Württemberg mit 17 Prozent fast ein Fünftel aller neu gemeldeten Infektionen aus.

Wo stecken sich Reiserückkehrer am häufigsten mit dem Coronavirus an?

Die beiden Spitzenreiter unter den Meldungen in Baden-Württemberg sind nach den offiziellen Angaben des Landesgesundheitsamts BW die Türkei mit 297 Fällen und Kroatien mit 271 Fällen. Auf dem dritten Rang landet Spanien mit 221 gemeldeten Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern. Aus dem Kosovo kamen von Anfang Juni bis Mitte August 200 infizierte Reisende zurück. Unter den Reiserückkehrern aus Italien wurden zeitgleich 148 Menschen bei der Heimkehr positiv auf das Coronavirus getestet. Sie tragen auch zur negativen Entwicklung der Reproduktionszahl des Coronavirus (R-Wert) bei. Hier zeigt sich ebenfalls ein zeitlicher Zusammenhang mit dem Beginn der der sommerlichen Reisewelle, wobei sich parallel die Ausbreitung der Delta-Variante auswirkt. Der Anstieg des R-Werts begann in der letzten Juniwoche und blieb ab Mitte Juli konstant auf einem hohen Niveau von mehr als 1,0. Die zeitgleichen Spitzenwerte des Jahres 2020 wurden jedoch nicht erreicht, was zeigt, dass die mittlerweile recht hohe Impfquote positive Auswirkungen hat.

Wie lange werden Reiserückkehrer die Inzidenz belasten?

Problematisch ist der Fakt, dass die Hochsaison der Reisen noch läuft, weil die Schulferien in einigen Bundesländern noch nicht zu Ende sind. Die nächste größere Welle gemeldeter Neuinfektionen mit Ursache im Ausland steht Deutschland in der Kalenderwoche 35/2021 bevor. Der Grund dafür ist das zeitgleiche Ende der Schulferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am kommenden Wochenende. Am 1. September 2021 enden außerdem die Schulferien in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In der Kalenderwoche 36/2021 folgt die nächste Welle der Reiserückkehrer durch das Ferienende in Sachsen und Thüringen. Eine Entspannung bei den aus dem Ausland eingeschleppten Coronainfektionen ist auch danach nicht in Sicht, denn in Baden-Württemberg und Bayern fällt der erste Schultag nach den Ferien erst auf den 13. September 2021.

Quelle: Landesgesundheitsamt BW, RKI