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Versorgungslage in Deutschland hat sich weitgehend normalisiert

A Shopping Cart Trolley

Die zeitweise angespannte Versorgungslage in Deutschland ist zu Ende. Das zeigen sowohl die Regale in den Geschäften als auch ein Blick auf die Einzelhandelsstatistiken.

Inzwischen haben einige Umfragen auch zusätzliche Ursachen der zeitweisen Probleme bei der Versorgungslage in Deuschland ausfindig gemacht. Interessant ist vor allem die Analyse derjenigen, die zu Beginn der ersten Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronakrise immense Hamsterkäufe getätigt haben.

Wer hat die Versorgungslage mit welchen Hamsterkäufen belastet?

Dazu legte das Meinungsforschungsinstitut Nielsen interessantes Zahlenmaterial vor. Die meisten Hamsterkäufe tätigten danach junge Menschen. Aus der Gruppe der befragten 18- bis 29-jährigen Probanden gaben 43 Prozent zu, Medikamente über den vorhandenen Bedarf hinaus eingekauft zu haben. Mit steigendem Alter nahm die Tendenz zu Hamsterkäufen nach der Nielsen-Umfrage ab. Medikamentenvorräte wurden lediglich von 9 Prozent der Befragten im Alter von mehr als 60 Jahren angelegt. Ähnlich präsentiert sich das Bild auch bei Hamsterkäufen für Lebensmittel und Hygieneartikel. Rund 53 Prozent der unter 30-Jährigen gaben an, bei diesen Produktgruppen Hamsterkäufe getätigt zu haben. Mit 51 Prozent legten sich auch mehr als die Hälfte der 30- bis 39-jährigen Probanden über den normalen Vorrat hinausgehende Reserven zu. Außerdem zeigte die Nielsen-Umfrage eine Abhängigkeit der Änderungen des Einkaufsverhaltens vom Haushaltseinkommen. Bei einkommensstarken Haushalten waren die Hamsterkäufe deutlich stärker ausgeprägt als bei Haushalten mit niedrigen Einkommen. Hier liegt die Ursache klar auf der Hand. Geringverdienern fehlen die finanziellen Reserven für das Anlegen umfangreicher Vorräte.

Handelsdaten seit Mitte April wieder fast auf Normalniveau

Das gilt zumindest für die üblichen Waren der Lebensmitteldiscounter und Vollsortimenter. Beginnend ab der Kalenderwoche 09/2020 stieg beispielsweise der Absatz von Gemüsekonserven auf mehr als das Dreifache des normalen Volumens. Seit der Kalenderwoche 16/2020 meldet der Handel wieder nahezu normale Absatzzahlen bei Gemüsekonserven. Auch der zeitweise drastisch erhöhte Absatz von Tiefkühlgemüse hat sich fast normalisiert. Die Situation bei Hygieneartikeln ist ähnlich. Nachdem Toilettenpapier wieder durchgängig in den Geschäften verfügbar war, rutschten die Absatzahlen ab Mitte April 2020 sogar unter den Durchschnitt. Die Verkaufszahlen bei Seife und Desinfektionsmitteln sind noch leicht erhöht. Hamsterkäufe spielen hier keine Rolle mehr, sondern hier ist der Verbrauch durch die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung einer Infektion mit dem Coronavirus höher als vor Beginn der Coronakrise.

Quelle: Destatis, Nielsen