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Überfischung der Ozeane schadet dem Klima mehrfach

Fresh fish on ice for sale in market

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Wer effizienten Klimaschutz betreiben will, kommt an Gesetzen zum Verhindern einer Überfischung der Ozeane nicht vorbei. Das belegt eine amerikanische Studie.

Wer beim Klimaschaden durch Überfischung der Ozeane nur an die Abgase der Fischkutter und „schwimmenden Fischverarbeitungsfabriken“ denkt, liegt leider falsch. Die Fischbestände selbst spielen bei der natürlichen Regulierung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre und im Oberflächenwasser der Meere eine sehr große Rolle. Vor allem dem Fischkot kommt beim Abtransport von Kohlendioxid zum Meeresboden eine wichtige Bedeutung zu. Setzt sich die derzeit noch praktizierte Überfischung weiter fort, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die im neuesten Klimabericht der Vereinten Nationen prognostizierten 2,7 Grad Celsius Erderwärmung tatsächlich kommen werden.

Wie hängt die Überfischung mit dem Klimawandel zusammen?

Fische nehmen mit ihrer Nahrung (vor allem über das Plankton) erhebliche Mengen Kohlendioxid auf. Es wird mit den Exkrementen wieder ausgeschieden. Die von den Fischen produzierten Fäkalienpellets sinken deutlich schneller auf den Meeresboden ab als andere organischen Mikrolebewesen. Abgestorbene Mikroorganismen weisen eine Sinkgeschwindigkeit von etwa 200 Metern pro Tag auf. Die Exkremente der Fische dagegen sinken etwa einen Kilometer pro Tag. Das heißt, das in Fischkost gebundene Kohlendioxid gelangt schneller in eine Tiefe, von der aus kein CO2-Austausch mit der Atmosphäre stattfinden kann. Auf dem Meeresboden lagert sich der Fischkot an und bindet dort das enthaltene CO2 je nach den vorhandenen Bedingungen im Durchschnitt für etwa 600 Jahre und stellenweise sogar über mehr als ein Jahrtausend. Die an der Studie der in Los Angeles beheimateten University of California beteiligten Wissenschaftler gehen davon aus, dass mit den Fäkalien der Fische etwa 10 Prozent des insgesamt in den Ozeanen gespeicherten Kohlendioxids auf den Meeresboden gelangt.

Fischbestände in Ozeanen durch Überfischung signifikant gesunken

Die Forscher rund um Daniele Bianchi haben die Entwicklungen der Fischbestände genauer untersucht. Dabei kam heraus, dass sich die Fischbestände in den Ozeanen im Vergleich zur vorindustriellen Fischerei mehr als halbiert haben. Der aktuell hochgerechnete Bestand beläuft sich nur noch auf etwa 47 Prozent der aus historischen Quellen stammenden Daten, die vor dem Einsatz der „schwimmenden Fischfabriken“ ermittelt wurden. Dabei wurde das Gesamtgewicht aller Fische mit einem Einzelgewicht zwischen 10 Gramm und 100 Kilogramm zugrunde gelegt. Besonders auffällig ist der Fischschwund entlang der Küstenlinien insbesondere im Norden und Osten des Pazifiks und des Atlantiks. Genau in diesen Regionen ist auch der Anteil des von Speisefischen durch die Aufnahme von Phytoplankton und die Bindung im Fischkot gebundene Anteil von Kohledioxid besonders hoch. Deshalb kommt einer Reduzierung der Überfischung in diesen Bereichen eine sehr hohe Bedeutung zu.

Quelle: UCLA