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Sylt-Urlauber mit nicht vorhandenen Ferienwohnungen geprellt

Das sommerliche Wetter der letzten Wochen lud geradezu zu einem Urlaub ein. Das haben sich auch findige „Geschäftsleute“ gedacht und die Seite traum-wohnung.org ins Netz gestellt. Auf dieser sollen nach Angaben der Polizei und der Geschädigten mehrere Ferienwohnungen auf Sylt angeboten worden sein. Das Besondere dabei: Die Ferienwohnungen waren auch sehr kurzfristig noch verfügbar. Die Buchung erfolgte online und wie es üblich ist, wurden einige Hundert Euro als Anzahlung verlangt.

Das böse Erwachen kam, als die Urlauber auf die Insel zur vermeintlichen Ferienwohnung reisten. Dort stellten sie nämlich fest, dass die beworbenen Wohnungen gar nicht existierten. Betroffene berichten, dass sie mit dem vermeintlichen Vermieter in E-Mail-Kontakt standen, dieser sich sogar sehr freundlich gezeigt hatte und zusätzliche Ausstattungsdetails, wie einen Hochstuhl oder ein Kinderbett, besorgen wollte. Doch kurz vor der Abreise war die Internetseite plötzlich nicht mehr erreichbar.

Urlauber schöpften keinen Verdacht

Die Seite selbst war sehr professionell aufgesetzt worden, wie die Kriminalpolizei berichtete, so dass die Urlauber keinen Verdacht schöpfen konnten. Bei den ersten Ermittlungen habe sich herausgestellt, dass die Adressen der Wohnungen gar nicht existierten oder einfach Adressen aus öffentlichen Verzeichnissen entnommen wurden. Gleiches galt vermutlich für die Angaben im Impressum der Seite, so dass die Kripo befürchtet, dass Dritte in die Sache mit hinein gezogen wurden.

Bereits am Mittwochnachmittag lagen der Kripo Sylt 16 Anzeigen vor, die sich auf die genannte Seite bezogen. Auch rechne man mit weiteren Anzeigen, war die Internetseite doch vermutlich über einen Monat online. Die Gesamtschäden belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf 30.000 bis 40.000 Euro. Bisher ist unklar, ob die Geschädigten ihr Geld wiedersehen. Ein Sprecher des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein erklärte indes, dass weder aktuell noch in der Vergangenheit ähnliche Fälle bekannt geworden seien.

Sylt Tourismus Zentrale gibt Tipps

Günter Schroeder von der Sylt Tourismus Zentrale empfiehlt zum Schutz vor ähnlichen Betrügereien in Zukunft, nur auf etablierten Portalen eine Ferienwohnung auf Sylt zu buchen. Auch die direkte Anfrage bei der Tourismus Zentrale sei eine Alternative. Schroeder erklärt, dass man den gesamten Leerstand auf der beliebten Urlaubsinsel ständig im Blick behalte. Würde ein Portal plötzlich 20 oder noch mehr Wohnungen als leer stehend aufweisen, sollte das auffallen.

Bereits Geschädigte erhalten von der Polizei den Rat, sich im Fall der Fälle an die nächste örtliche Polizeidienststelle zu wenden und Anzeige zu erstatten. Außerdem sollte man mit der Bank sprechen, ob die bereits geleisteten Anzahlungen eventuell zurückgebucht werden können. Allerdings sollte man sich hier keine zu großen Hoffnungen machen, da viele Fristen bereits abgelaufen sein dürften.