Starker Dollarkurs belastet US-Wirtschaft: Was will Trump dagegen tun?

Die in den letzten Wochen sind die Börsen kräftig durcheinandergewirbelt worden. Neben dem Goldpreis war auch der Dollarkurs von erheblichen Schwankungen betroffen.

Der aktuelle Dollarkurs liegt (Stand 20. August 2019 zum Börsenstart in Frankfurt) bei 1,1080 Dollar für einen Euro. So stark war der US-Dollar zuletzt Mitte des Jahres 2017. Von da an ging es steil bergab, während der Euro zeitgleich deutlich zulegte. In den ersten Monaten des Jahres 2018 verfehlte der Euro die 1,25-US-Dollar-Marke nur knapp. Auch der Goldpreis bereitet den Analysten zunehmend Sorgen.

Welche Konsequenzen hat der aktuelle Euro-Dollar-Kurs?

Vor allem die amerikanische Exportwirtschaft leidet unter dem starken Dollar. Für die Kunden in anderen Ländern sind die Lieferungen und Leistungen aus den USA dadurch deutlich teurer geworden. Dieser Trend zeigt sich bereits seit dem Jahr 2014. Von Jahresbeginn 2017 bis Anfang 2018 zog der Euro kräftig an, was die EU-Exporte verteuerte, zugleich aber die Importe aus den USA verbilligte. Nun zeichnet sich eine Stabilisierung des Dollar auf einem hohen Niveau ab. Der Tauschkurs hat sich in der letzten Woche bei Werten zwischen 1,10 und 1,12 US-Dollar für einen Euro eingepegelt. Nun versucht Donald Trump, Druck auf die Fed auszuüben. Er fordert eine Senkung der Leitzinsen um ein Prozent, um die US-Wirtschaft zu stützen. Zwar gehen die Branchenanalysten davon aus, dass es am 22. August 2019 in Jackson Hole eine Senkung der Leitzinsen geben könnte, aber so umfangreich wie die Forderungen von Donald Trump dürften sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht ausfallen. Deshalb hat der US-Präsident ergänzende Pläne zur Stützung der Konjunktur. Im Weißen Haus wird beispielsweise über eine Senkung der Lohnsteuer nachgedacht.

Goldpreis an den Börsen weiter im Höhenflug

Die absehbaren Entscheidungen der Fed und der EZB forcieren die Nachfrage nach Gold. Der Goldpreis steuert aktuell auf einen Wert zu, den er zuletzt in den Jahren 2010 und 2011 verzeichnete. Einen ersten Schub gab es Anfang Oktober 2018. Er dauerte mit kleinen Unterbrechungen bis Februar 2019. Im Mai 2019 setzte erneut ein Run auf Gold an den Börsen ein. Binnen Jahresfrist legte der Goldpreis um mehr als 25 Prozent zu und lag zum Börsenstart in Frankfurt am 20. August 2019 bei 1.496,85 US-Dollar pro Feinunze. Dort legte er sofort weiter zu und stieg kurz vor 11:00 Uhr sogar über die 1.500-Dollar-Marke. Das dürfte nicht zuletzt auf Trumps Druck auf die Zinspolitik der Fed zurückzuführen sein. Anleger befürchten dadurch und die Zinspolitik der EZB Verluste bei den „einfachen“ Geldanlagen. In Deutschland werden von zahlreichen Banken hohe Guthaben auf Girokonten bereits mit Strafzinsen belegt. Das ist ein Grund, warum aktuell auch viele deutsche Anleger lieber in Gold und Diamanten flüchten. Dieser Trend dürfte sich auch mit Blick auf den Immobilienmarkt weiter verstärken. Dafür sorgen die von einigen Kommunen bereits verhängten Zweitwohnungsverbote.

Quelle: Börse Frankfurt, NY Times