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Sinnvolle Geldanlagen für Umweltbewusste: Erneuerbare Energien

Windräder & Solaranlage

Alternative Geldanlagen sind vor allem in Zeiten niedriger Zinsen gefragt. Investitionen in Erneuerbare Energien sind lukrativ und zukunftsfähig.

Wer aktuell eine gute Geldanlage mit vernünftiger Rendite bei gleichzeitig überschaubarem Risiko sucht, kommt bei Tagesgeldkonten und Festgeldkonten nicht zum Zug. Auch die garantierten Zinsen bei Versicherungen mit Kapitalaufbau sind keine echte Alternative. Der Kauf von Aktien ist momentan besonders risikobehaftet, denn die langfristigen Folgen der Coronakrise für die Wirtschaft kann derzeit niemand genau einschätzen. Ein Problem dabei stellt die temporäre Aufhebung der Insolvenzpflicht in Deutschland dar. Doch es gibt einen Bereich der Wirtschaft, der davon kaum betroffen ist. Aktien mit dem Hintergrund erneuerbarer Energien sind lohnenswert und werden es auch in Zukunft bleiben.

Warum sind Aktien von „grünen“ Energieversorgern interessant?

Ein Blick auf die Klimaziele der Europäischen Union zeigt den wichtigsten Grund auf. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch (Wärme und Strom) der EU-Länder soll bis zum Jahr 2030 auf mindestens 32 Prozent steigen. Davon ist die Energiewirtschaft allerdings noch weit entfernt. Zum Jahresende 2019 stammten lediglich rund 19 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren und umweltfreundlichen Quellen. Positive Ausnahmen waren nach den Angaben des Statistischen Bundesamts Schweden mit 56 Prozent, Finnland mit 43 Prozent und Lettland mit 41 Prozent. Das heißt, zum Erreichen der Energieziele für das Jahr 2030 ist in den Ländern der Europäischen Union ein immenser Ausbau der Kapazitäten in Biomassekraftwerken, Wasserkraftwerken, Windparks und Solarparks notwendig. Genau darin liegt das Potential, mit dem Kauf von Aktien der bestehenden und künftigen Betreiber eine vernünftige Rendite zu erzielen.

Deutschland hat sich noch höhere Ziele gesetzt

In der Bundesrepublik Deutschland wurden mit der letzten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zahlreiche Förderungen verlängert und erweitert. Ein Beispiel dafür ist der Wegfall der EEG-Umlage auf den selbst verbrauchten Strom aus eigenen Anlagen. Die Besonderheit hilft vor allem den Betreibern kleiner Anlagen bis zu einer maximalen Jahreskapazität von 30 Megawattstunden. Wer rentable Geldanlagen im Aktienbereich sucht, sollte außerdem einen Blick auf die Ausbauziele werfen, die sich die Bundesregierung bereits mit der Novelle des EEG im Jahr 2014 gesetzt hat. Danach soll die Gesamtkapazität der auf Land befindlichen Windkraftwerke bis auf 71 Gigawatt im Jahr 2030 gesteigert werden. Zeitgleich ist eine Erhöhung der Gesamtleistung der Biomassekraftwerke auf 8.400 Megawatt geplant. Die Leistung aller Solaranlagen in Deutschland soll die auf über 100 Gigawatt anwachsen, sodass spätestens im Jahr 2029 die aus erneuerbaren Energien stammende Strommenge bei mindestens 376 Terawattstunden liegt.

Wie stellt sich die aktuelle Verteilung des „grünen“ Stroms dar?

Die letzten Daten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie liegen für das Jahr 2019 vor. Danach machten erneuerbare Energien einen Anteil von 34,9 Prozent am gesamten Stromaufkommen aus. Am stärksten war die Windkraft mit 17,3 Prozent beteiligt. Auf dem zweiten Platz landeten Biomassekraftwerke mit 7,8 Prozent. Rund 7,2 Prozent des Stroms stammten aus Geothermie-Kraftwerken und Solaranlagen. Der Anteil der Wasserkraftwerke war zeitgleich mit 2,6 Prozent sehr gering. Rund ein Prozent der gesamten Stromlieferungen des Jahres 2019 kamen aus Müllverbrennungsanlagen.

Aktien umweltfreundlicher Energieversorger: Was beachten?

Bei der Geldanlage in Aktien gibt es immer ein spekulatives Risiko. Im Bereich der erneuerbaren Energien fällt es allerdings aufgrund der Klimaschutzziele deutlich geringer aus als in anderen Branchen. Die Umsätze der „grünen“ Energieversorger wachsen weltweit kontinuierlich. Das wirkt sich wiederum insgesamt positiv auf die Entwicklung der Aktienkurse und erzielbaren Renditen aus. Wer sein Vermögen durch das Ausnutzen von Kursschwankungen vermehren möchte, muss allerdings auf die Gebührenstrukturen der verschiedenen Broker achten. Sie unterscheiden sich teilweise erheblich. Deshalb ist es wichtig, vor dem Einstieg in den Aktienhandel genau zu vergleichen, wer die besten Konditionen bietet.

Quellen: destatis, BMWI, Europäische Kommission, Bundesumweltministerium