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Schwimmbäder in Deutschland: Bund hält Versprechen nicht ein

Freibäder gehören vor allem in den Großstädten zu den nutzbaren Freizeitmöglichkeiten für den Sommer. Doch zu Ferienbeginn bleiben viele Schwimmbäder geschlossen, weil sie dringend saniert werden müssen.

Die Freibäder in Deutschland stehen aktuell vor mehreren Problemen. Vielerorts fehlen Bademeister und Rettungsschwimmer. Anderen Schwimmbadbetreibern fehlen die notwendigen finanziellen Mittel für notwenige Sanierungsarbeiten. Der Bund hatte Hilfe über spezielle Fördergelder versprochen, doch bei der Vergabe zeigt sich das zuständige Ministerium knauserig.

Nicht einmal ein Viertel der Fördermittelanträge für Schwimmbäder wird bewilligt

Insgesamt gingen beim Bundesinnenministerium (welches für die Vergabe der Fördermittel zuständig ist), 408 Anträge auf Zuschüsse für die Sanierung der Schwimmbäder ein. Allerdings durften sich nur 67 Antragsteller über einen positiven Bescheid freuen. 41 Anträge auf Fördermittel kamen aus den fünf östlichen Bundesländern. Davon wurde gerade einmal ein Dutzend genehmigt. Noch ungünstiger fiel mit 60 Anträgen und zehn Bewilligungen die Bilanz in Nordrhein-Westfalen aus. Die Betreiber der sanierungsbedürftigen Freibäder in Schleswig-Holstein und Bremen gingen sogar gänzlich leer aus. Dabei hatte die Bundesregierung versprochen, für die Freibadsanierung 110 Millionen Euro bereitzustellen. Das ist vor allem der Linken-Fraktion im Bundestag ein Dorn im Auge. Der Fraktionschef machte seinem Unmut in einem Statement gegenüber Inforadio Luft. Er kritisierte vor allem das Verhalten der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Reparatur der „Gorch Fock“. Dafür wurde mehr Geld ausgegeben als für die Freibadsanierung in der gesamten Bundesrepublik Deutschland.

Funktionierende Freibäder und Schwimmbäder sind dringend notwendig

Das beweisen Zahlen, die vom Umfrageinstitut forsa im Auftrag der DLRG erhoben wurden. Danach können sechs von zehn Kindern im Alter von zehn Jahren nicht sicher schwimmen. Gerade einmal 40 Prozent der Grundschulkinder erfüllen die Anforderungen an das Schwimmabzeichen in Bronze. Die für das „Seepferdchen“ notwendigen Schwimmfähigkeiten reichen nach der Ansicht der DLRG-Experten für den Alltag nicht aus. Die DLRG benennt als einen der Hauptgründe die Tatsache, dass ein Viertel aller Grundschulen in Deutschland kein Schwimmbad für das Erlernen des Schwimmens im Rahmen des Sportunterrichts nutzen kann. Das ist fatal, denn das gehört zu den Bildungsaufgaben der Grundschulen. Mit der Verweigerung der Fördermittel für die Schwimmbadsanierung trägt der Bund dazu bei, dass die Zahl der Nichtschwimmer unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den nächsten Jahren kräftig steigen wird. Das halten die Experten der DLRG für nicht hinnehmbar.

Quelle: ARD, DLRG