Schneechaos: Lage im Süden Bayerns spitzt sich weiter zu

Der Deutsche Wetterdienst hat die Prognosen für die Neuschneemengen in den Alpen und im Alpenvorland noch einmal nach oben korrigiert. Inzwischen macht den Bayern nicht nur das Schneechaos zu schaffen.

Zum Schneechaos im Süden der Republik kommt mittlerweile auch die Angst vor Hochwasser, da die Temperaturen vorübergehend steigen. Dadurch gibt es stellenweise Schneematsch oder sogar Regen. Sie bewirken zusätzliche Gefahren. In fünf Landkreisen wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Das wird auch mindestens bis Mittwoch so bleiben.

DWD erwartet stellenweise bis zu 1,50 Meter Neuschnee

Im Äußersten Süden von Bayern gilt erneut die höchste Unwetterwarnstufe, die in Deutschland verhängt werden kann. Sie ist angesichts der Prognosen auch notwendig. Im Alpenvorland soll es in den nächsten Stunden noch einmal bis zu 70 Zentimeter Neuschnee geben. Für Staulagen erwartet der Deutsche Wetterdienst zwischen 1,00 und 1,50 Meter Neuschnee. Deshalb sind Gebirgsjäger der Bundeswehr noch immer damit beschäftigt, Schnee von einsturzgefährdeten Gebäuden zu räumen. Betroffen von dieser Gefahr sind auch Krankenhäuser in den Katastrophengebieten. Da der DWD weiterhin zusätzlich Sturmböen ankündigt, sollten sich Einheimische und Gäste von Wäldern und einzeln stehenden Bäumen fernhalten.

Die Lawinengefahr ist extrem hoch und wird in den nächsten Stunden weiter zunehmen. Entlang wichtiger Straßen wurden deshalb am Wochenende bereits Lawinenabgänge gezielt durch Sprengungen verursacht. Zahlreiche Ortschaften sind noch immer komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Deren Zahl ist vor allem in Österreich sehr hoch. In Bayern sitzen allein in Balderschwang rund 1.300 Menschen fest, weil durch die Lawinengefahr die einzige noch offene Zufahrtsstraße gesperrt werden musste. Dort hatte eine Lawine bereits ein Hotel getroffen. Einige gesperrte Straßen in Niederbayern konnten wieder geöffnet werden, nachdem die Gefahren beseitigt wurden, die durch umstürzende Bäume drohten. Dort wurden die Schneemassen teilweise sogar mit den von Hubschraubern erzeugten Luftverwirbelungen von den Bäumen gefegt.

Vielerorts droht Hochwasser durch das Schneechaos

Schon die kurze Phase des Tauwetters hat an einigen Stellen für Hochwasser gesorgt. Bei einigen Flüssen wurden bereits die Pegel für die Hochwasserwarnstufe 3 überschritten. Dazu gehört beispielsweise die Regnitz, deren Fluten inzwischen bewohnte Gebiete in Mitleidenschaft gezogen haben. Weitere von Hochwasser betroffene Flüsse sind die Rednitz, die Altmühl und die Wörnitz. Die lokalen Behörden warnen auch vor Flutwellen in der Fränkischen Saale und dem oberen Main. Das vorübergehende Tauwetter wird sich zusätzlich an zahlreichen Zuflüssen der Donau auswirken. Schon jetzt denken viele Kommunen über eine Verstärkung des Hochwasserschutzes nach. Diese Maßnahme wird spätestens dann dringend notwendig, wenn durchgängiges Tauwetter einsetzt. Das könnte auch die Diskussionen im Streit um zusätzliche Flutpolder an der Donau im Kreis Regensburg beenden.

Quelle: Bayerischer Rundfunk, DWD, ARD