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Resultat einer Studie: Restmüll verdient den Namen nicht

Schriftzug Statistik

Der Restmüll wurde im Auftrag des Umweltbundesamts untersucht. Die Ergebnisse sind erschreckend, denn von einer konsequenten Mülltrennung kann noch keine Rede sein.

Das Umweltbundesamt nahm die Zusammensetzung beim Restmüll in mehr als einem Dutzend Regionen unter die Lupe. Die Helfer machten sich für die Restmüllstudie die Mühe, den Inhalt von rund 2800 Mülltonnen manuell zu sortieren. Dabei fanden sie heraus, dass gerade einmal ein Drittel des Inhalts auch tatsächlich in die Restmülltonne gehört. Das mit Abstand größte Potential einer weiteren Nutzung wurde nach den Resultaten der Studie bei den Bioabfällen festgestellt.

Wie fällt beim Restmüll die durchschnittliche Zusammensetzung aus?

Die Bioabfälle machen mit 39,3 Prozent den mit Abstand größten Anteil in den untersuchten Restmülltonnen aus. Mehrheitlich handelt es sich dabei um Küchenabfälle und Nahrungsreste. Aber auch Gartenabfälle sowie Kleintierstreu landen in den Restmülltonnen, obwohl sie in die Biotonne gehören. Als Hauptproblem benennt das Bundesumweltamt in der Auswertung der Studie die vielerorts noch fehlenden Biotonnen. In der Auswertung ist deshalb die Empfehlung eines Zwangs zum Vorhalten einer separaten Tonne für Bioabfälle enthalten.
Der eigentliche Restmüll im Sinne der Abfalldefinitionen bringt es in den untersuchten Restmülltonnen gerade einmal auf einen Anteil von 32,6 Prozent. Welche Potentiale durch die inkonsequente Mülltrennung verschenkt werden, zeigt der Anteil der trockenen Wertstoffe. Er liegt der Studie zufolge bei durchschnittlich 27,6 Prozent. Dort haben Kunststoffe die größte Bedeutung. Nach den Hochrechnungen auf der Basis der Ergebnisse der Studie landen pro Jahr bundesweit rund 700.000 Tonnen Kunststoff in den Restmülltonnen. In 2 von 3 Mülltonnen fanden die Prüfer außerdem Problemabfälle. Unverständlich ist das vor allem bei Batterien und Akkus, weil es dafür inzwischen Rückgabeboxen in jedem größeren Supermarkt gibt.

Menge Restmüll reduzieren: Was schlägt das Umweltbundesamt vor?

Der flächendeckende Anschlusszwang für die Vorhaltung einer Biotonne ist lediglich eine Empfehlung in der Auswertung der Studie. Hier sind die Kommunen und Landesregierungen in der Pflicht, denn das sollte schon ab dem Jahr 2015 umgesetzt werden. Beim Problemabfall in der Restmülltonne sieht das Umweltbundesamt die Notwendigkeit des Ausbaus haushaltsnaher Entsorgungssysteme. Vielerorts müssen Haushalte beispielsweise Farbreste zu den Entsorgern bringen. Für Abhilfe können regelmäßige Touren spezieller Sammelfahrzeuge sorgen. Das gilt genauso für die Entsorgung von Elektrokleingeräten. Derzeit geben einige lokale Entsorger noch die explizite Anweisung, diese in die Restmülltonnen zu stecken. Eine Abholung bieten sie aus wirtschaftlichen Erwägungen nur zusammen mit Elektrogroßgeräten an. Zusätzlich weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass die derzeitige Praxis bei der Information der Verbraucher über das Thema Mülltrennung noch nicht ausreicht. Gefragt sind dabei vor allem die Verwaltungen und Entsorger in städtischen Bereichen.

Quelle: Umweltbundesamt