Polizei fasst Verdächtigen für Anschlag auf BVB

Die Polizei hat Haftbefehl gegen einen 28-jährigen Russen wegen 20-fachen versuchten Mordes erlassen. Sergej W. ist dringend tatverdächtig, den Anschlag auf den BVB-Bus vor zehn Tagen verübt zu haben. Die Polizei geht davon aus, dass W. die Sprengstoffexplosion mittels Fernzündung herbeigeführt haben soll. Aus Medienberichten heißt es, dass der Mann am frühen Morgen bereits durch ein Spezialeinsatzkommando festgenommen worden sei.

Wie kam die Polizei dem Verdächtigen für den BVB-Anschlag auf die Spur?

Berichten zufolge soll W. Gast im Mannschaftshotel L’Arrivée gewesen sein. Dort habe er beim Einchecken auf ein Zimmer bestanden, welches den Blick auf den späteren Tatort freigab. Das hieße, dass er den Sprengstoffsatz mittels Fernsteuerung gezündet haben könnte.

Die Polizei vermutet derzeit Spekulationen mit Aktien als Motiv. Dafür spricht, dass W. vom Hotel aus online Optionsscheine auf die Papiere des BVB im Wert von 78.000 Euro erworben hatte. Zuvor hatte er für die Transaktion einen Verbraucherkredit aufgenommen. Wäre sein Anschlag geglückt und die Explosion nur wenige Sekunden früher erfolgt, hätten mehrere Spieler des BVB getötet oder schwer verletzt werden können. Dann hätte der Kauf ihm einen Millionengewinn beschert.

So misslang der Anschlag aus Sicht des Täters offenbar, weil „nur“ der Spieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt wurden.

Geldwäscheverdacht von Broker gemeldet

Die Ermittler kamen W. auf die Spur, weil er sich im Hotel sehr auffällig verhalten haben soll. Nachdem im Hotel kurz nach Zündung der Sprengstoffsätze die Panik ausbrach, sei W. seelenruhig ins Restaurant marschiert und habe ein Steak bestellt.

Auch der Online-Broker schöpfte Verdacht und meldete den Kauf der Optionsscheine wegen des Verdachts auf Geldwäsche bei den Behörden. Mit dem Bekennerschreiben, das man am Tatort fand, wollte W. offenbar die Behörden auf eine falsche Fährte locken und die Schuld islamistischen Extremisten zuschieben. Schon früh erkannten die Ermittler jedoch, dass das Bekennerschreiben weder sprachlich noch inhaltlich den typischen Bekennerschreiben des IS ähnelte.

Quelle: dpa