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Orkan „Niklas“ – Energieversorger beklagen Millionenverluste

Allein die Personen- und Sachschäden, die der Orkan „Niklas“ in Deutschland hinterlassen hat, sind riesig. Nun haben die Energieversorger angegeben, dass sie durch die Sturmfront Verluste „in zweistelliger Millionenhöhe“ erlitten haben. Das geht aus Zahlen hervor, die von den Unternehmen Transnet BW, Amprion, 50Hertz und Tennet am 3. April 2015 an die Nachrichtenagentur dpa gemeldet wurden. In diesem Statement heißt es weiter, dass diese Unternehmen planen, diese Verluste auf die Stromkunden umzulegen. Zu den Konsequenzen der Sturmfront „Niklas“ dürfte deshalb auch eine Erhöhung der Strompreise gehören.

Wie sind die Verluste beim Orkan „Niklas“ entstanden?

Das größte Problem waren die hohen Windgeschwindigkeiten, die beim Orkan „Niklas“ verzeichnet wurden. Bei derart extremen Werten schalten sich die Windkrafträder aus Sicherheitsgründen ab. Das bedeutete, dass während der ersten Tage der Osterwoche 2015 stolze 2.300 Megawatt Leistung aus Windkraftwerken ausgeglichen werden mussten. Um einen Ausgleich zu schaffen, mussten die Netzreserven angezapft und die Leistung anderer Kraftwerke hochgefahren werden. Doch andererseits sorgten die ersten Ausläufer des Sturmtiefs „Niklas“ auch für einen positiven Rekord. Am 30. März 2015 war die von Windkraftwerken und Solaranlagen eingespeiste Menge an Energie in Deutschland so hoch wie noch nie zuvor. Sie erreichte nach den Angaben des Agora-Institutes eine Leistung von 44.000 Megawatt. Diese Leistung ist mit der Leistung vergleichbar, die von 31 durchschnittlichen Atomkraftwerken erbracht wird.

Auswirkungen von „Niklas“ belegen Notwendigkeit von Stromautobahnen

Derzeit sperren sich vor allem Umweltschützer gegen den weiteren Ausbau von Stromtrassen, mit denen größere Mengen an Energie vom Norden der Bundesrepublik und umgekehrt transportiert werden können. Dass diese auch als Stromautobahnen bezeichneten Hochleistungstrassen dringend notwendig sind, stellten die rund um das Sturmtief „Niklas“ notwendigen Eingriffe in die Steuerung der Stromversorgung unter Beweis. Viele Windräder mussten während des Sturms abgeschaltet werden, weil die Kapazitäten für den Transport der erzeugten Energie aus dem Osten und Norden der Republik in den Süden nicht reichten. Für die Energieversorger und Stromkunden werden dadurch verursachte Abschaltungen der Windräder teuer, weil die Betreiber in diesem Fall Anspruch auf einen Ersatz der entgangenen Entgelte für die Stromeinspeisung haben.

Quelle: FAZ