Opioid-Krise: Donald Trump ruft nationalen Notstand aus

Dass der derzeitige US-Präsident zu sehr harten Mitteln greift, um seine Ziele durchzusetzen, hat er bereits an mehreren Stellen bewiesen. Zu seiner bisherigen Politik der Deregulierung der Wirtschaft gesellt sich nun in einem Bereich der Ruf nach einer Verstärkung der Regulierung. Eigen dafür rief jetzt einen nationalen Notstand aus. Er bezieht sich auf die ständig steigende Anzahl der Opioid- und Drogenabhängigen in den USA. Diese wiederum ist den engen Verflechtungen der Ärzte mit der Pharmaindustrie geschuldet. Schon seit mehr als zwei Jahrzehnten werden als Schmerzmittel in den USA verstärkt Präparate verschrieben, in denen chemisch hergestellte Opioide enthalten sind.

Was soll der nationale Notstand in der Opioid-Krise bewirken?

Der nationale Notstand bringt für den US-Präsidenten einen erweiterten Handlungsspielraum. So kann er beispielsweise auf Gelder aus besonderen Fonds zurückgreifen, um Krisen zu bewältigen. Im konkreten Fall bedeutet das, dass die Sicherheitskräfte mit Gegenmitteln versorgt werden, die sie dann einsetzen können, wenn bei Einsätzen Menschen angetroffen werden, denen aufgrund einer versehentlich eingenommenen Überdosis der Tod droht. Außerdem werden damit die Kosten zusätzlicher Ärzte getragen, die von den Abhängigen aufgesucht werden können, bei denen die staatliche Versicherung Medicare für die medizinische Grundversorgung aufkommt.

Oxycodon spielt eine wichtige Rolle in der Opioid-Krise

Zu den am häufigsten verschriebenen und opioidhaltigen Präparaten gehört Oxycodon. Entwickelt wurde dieses hochwirksame Schmerzmittel in Deutschland, genauer gesagt an der Universität in Frankfurt am Main. Schon seit dem Jahr 1919 wird es zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Bis 1990 war Oxycodon unter dem Namen Eukodal auf dem deutschen Markt. Hersteller war der Merck-Konzern. 2006 ist es wieder verschreibungsfähig, wobei der Wirkstoff mit Naloxon kombiniert wird. Dieser zusätzliche Wirkstoff soll einem Missbrauch durch Drogenabhängige und die von Oxycodon typischerweise auftretenden Verstopfungen verhindern. In Deutschland unterliegt das Präparat dem Betäubungsmittelgesetz und erfordert deshalb spezielle Betäubungsmittelrezepte. Außerdem wird es ausschließlich bei sehr starken Schmerzen verordnet. Anders ist die Lage in den USA, wo die Verordnung über lange Zeit auch bei mäßigen Schmerzen erfolgte. Dadurch gibt es sehr viele Abhängige, die aufgrund der zunehmenden Reglementierung für Oxycodon zu Heroin-Konsumenten geworden sind.

Quelle: AP, drugs.com, Twitter