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Nipah-Virus in Indien ausgebrochen

In Südindien ist das gefährliche Nipah-Virus ausgebrochen. Grundsätzlich breitet sich das Virus über Flughunde aus, kann aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Mindestens zwölf Menschen haben sich in Indien bereits mit dem Nipah-Virus infiziert, zehn von ihnen starben.

Das geht aus einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums von Kerala, einem Bundesstaat in Südindien, vom Montag, hervor. Außerdem gibt es zwei weitere Fälle, die derzeit unter Beobachtung stehen, hieß es weiter.

Nipah-Virus erst seit 20 Jahren bekannt

Das Nipah-Virus ist dabei ein noch recht junges Virus. Erstmals wurde es 1998 in Nipah in Malaysia entdeckt, woher es auch seinen Namen hat. Es führt bei Betroffenen zu Fieber und Atemwegserkrankungen, kann aber auch Entzündungen im Gehirn hervorrufen, die tödlich enden. Andererseits gibt es Infizierte, die unter keinerlei Symptomen leiden.

Bisher kennt man weder eine Impfung noch eine wirksame Therapie gegen das Virus. Wer sich infiziert hat, muss auf der Intensivstation überwacht und behandelt werden. Die bisherigen Ausbrüche fanden allesamt in Südasien statt und hatten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Sterblichkeitsrate zwischen neun und 100 Prozent. Bislang gab es in Indien 18 Verdachtsfälle auf das Nipah-Virus, von denen zwölf bereits bestätigt wurden. Zehn der zwölf infizierten Personen starben am Nipah-Virus.

Übertragung des Nipah-Virus

Das Nipah-Virus hat im Flughund einen natürlichen Wirt gefunden. Allerdings können die Erreger von Flughunden auf den Menschen übergehen, etwa über Früchte, die von den Tieren angefressen oder mit deren Kot verunreinigt wurden. Der erste Ausbruch des Nipah-Virus in Malaysia zeigte, dass Schweine die Erreger übertragen hatten, diese spielen beim jetzigen Ausbruch allerdings keine Rolle.

Darüber hinaus kann sich das Nipah-Virus von Mensch zu Mensch verbreiten, wie die WHO berichtet. In Indien ist unter den Verstorbenen eine Krankenschwester, die wiederum einen der ersten Infizierten behandelt hatte. Wie ihr Ehemann berichtet, befiel auch die Krankenschwester Fieber, zwei Tage, nachdem der Mann gestorben war, den sie behandelt hatte.

K. K. Shailaja, Gesundheitsministerin von Kerala, erklärte dazu, dass man bisher keine Erfahrung mit dem Nipah-Virus habe. Man hoffe trotzdem, dass man den Ausbruch stoppen könne. Es habe bereits eine Entsendung von Experten des nationalen Gesundheitsamtes nach Kerala gegeben, hieß es weiter.

Unter der südindischen Bevölkerung macht sich unterdessen Unsicherheit breit. Wie ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung erklärte, strömen jetzt viele Menschen mit Fieber in die Kliniken, aus Angst, sie hätten ebenfalls den Nipah-Virus. Daher habe man die „Privatkliniken um Hilfe gebeten, um die Krise zu überwinden“.

Die WHO sieht das Nipah-Virus als einen der Erreger an, die besonders dringend erforscht werden müssen. Die Experten gehen davon aus, dass bei diesen Erregern die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, dass es in naher Zukunft zu schweren Krankheitsausbrüchen kommen kann, genau wie bei Ebola und dem Zika-Virus.

Quelle: Reuters