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Neue Daten zu Feinstaubemissionen bei Feuerwerken veröffentlicht

Fireworks

Die durch Feuerwerk in die Luft gelangende Menge Feinstaub ist nicht so hoch, wie bisher angenommen wurde. Das belegen Resultate einer soeben veröffentlichten Studie.

Die Studie zum Feinstaub durch Feuerwerk stammt vom Verband der pyrotechnischen Industrie. Sie wurde inzwischen sowohl vom Umweltbundesamt als auch von ersten Experten als realitätsnahe Berechnungsgrundlage eingestuft. Dort genannte Daten weichen gravierend von den bisherigen Schätzungen ab, nach denen pro Jahr rund 4200 Tonnen Feinstaub allein durch Feuerwerke in die Luft gelangen.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie zum Feinstaub durch Feuerwerke?

Im Fokus der Studie standen die Emissionen von Feinstaub PM 10 (Partikelgröße maximal 10 Mikrometer) durch Feuerwerkskörper. Die nach den neuen Berechnungsgrundlagen ermittelte Jahresmenge liegt bei rund 2000 Tonnen, also weniger als der Hälfte des bisher angenommenen Werts. Davon entfallen 1477 Tonnen allein auf die Feuerwerksaktivitäten in der Silvesternacht. 573 Tonnen Feinstaub stammen von Feuerwerken zu anderen Gelegenheiten. Danach verursacht das Silvesterfeuerwerk in Deutschland etwa 0,7 Prozent der insgesamt pro Jahr anfallenden Feinstaubemissionen in der Kategorie PM 10. Alle übers Jahr hinweg stattfindenden Feuerwerke (inklusive Silvester) bringen es zusammen auf einen Anteil von unter einem Prozent.

Wie berechnet die Studie die Feinstaubmengen durch Feuerwerke?

Für die Berechnungen untersuchte der Verband der pyrotechnischen Industrie die anfallenden Mengen Feinstaub bei verschiedenen Arten von Feuerwerkskörpern. Für die Hochrechnungen zur Silvesternacht wurden die verkauften Mengen als Basiswert herangezogen. Allerdings geht aus der Studie nicht hervor, ob lediglich die in Deutschland abgesetzten Mengen berücksichtigt werden oder auch Schätzwerte für die Einkäufe in europäischen Nachbarländern (insbesondere Polen und Tschechien) eingeflossen sind. Für besondere Events nutzte die Studie Durchschnittswerte. Das belegt das Beispiel Hochzeit. Ein durchschnittliches Hochzeitsfeuerwerk umfasst nach den Urhebern der Studie 40 Raketen, ein Dutzend Batterien und 8 Fontänen.

Wie ist die allgemeine Feinstaubbelastung in Deutschland?

Vom Umweltbundesamt liegt inzwischen die Statistik zum Feinstaub der Kategorie PM 2,5 (Partikelgröße kleiner als 2,5 Mikrometer) für das Jahr 2020 vor. Danach gibt es einige Hotspots in Deutschland. Negative Spitzenreiter mit Werten von mehr als 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sind beispielsweise Pfinztal und Stuttgart in Baden-Württemberg, München und Nürnberg in Bayern, Bernau, Frankfurt und Spremberg in Brandenburg, Teile von Berlin, Fulda in Hessen sowie Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Niedersachsen ist mit Blick auf den Feinstaub PM 2,5 sauberer. Deutlich schlechter ist die Lage in Nordrhein-Westfalen, denn dort weisen Duisburg, Düsseldorf und Niederzier hohe Werte bei der Belastung mit Feinstaub in kleinen Partikelgrößen auf. In Rheinland-Pfalz gibt es mit Ludwigshafen und Worms zwei Städte mit punktuellen Feinstaubwerten über 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein überschreiten diesen Wert im Jahresmittel 2020 nicht. In Sachsen-Anhalt fallen Teile von Halle negativ auf. Der negative Hotspot in Thüringen ist Mühlhausen. Bei einer genauen Prüfung zeigt sich, dass mehrheitlich der Straßenverkehr die Hauptursache für die überdurchschnittlichen Feinstaubbelastungen ist.

Quelle: Umweltbundesamt, Verband der pyrotechnischen Industrie