Alltagsmagazin.de

News und Tipps aus allen Lebensbereichen

Nach Coronavirus-Ausbruch: Wuhan wird abgeriegelt

Das Coronavirus breitet sich zunehmend aus. Jetzt haben die Behörden reagiert und alle Transportwege aus und in die chinesische Stadt Wuhan geschlossen. Die Bürger dürfen nur noch mit Atemmasken auf die Straße, trotzdem steigt die Zahl der Infizierten weiter an.

Ab zehn Uhr heute Morgen sollen alle Verbindungen, die aus und nach Wuhan führen, gekappt werden. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, würden Flughafen und Bahnhöfe gesperrt, Bus-, U-Bahn- und Fährenverbindungen ausgesetzt. Die Bürger bat man, die Stadt nur dann zu verlassen, wenn es gar nicht anders ginge. Rund neun Millionen Menschen leben in der Metropole. Problematisch ist die Kappung der Verbindungen, da am 25. Januar in China das Neujahrsfest ansteht, zu dem viele Menschen eigentlich verreisen.

Kappung der Verbindungen soll weitere Ausbreitung verhindern

Mit der Kappung der Verbindungen von und nach Wuhan will man das Risiko verringern, dass sich das neuartige Coronavirus weiter ausbreitet. Auch die Menschen in der Stadt will man schützen und forderte sie dazu auf, nur noch mit Atemschutzmasken in die Öffentlichkeit zu gehen. Wie aus der „China Daily“ hervorgeht, drohe Personen, die ohne Schutzmaske in Einkaufszentren, Hotels, Parks oder Restaurants angetroffen werden, sogar eine Strafe.

Die Zahl der Infizierten nimmt weiter zu. Grund dafür dürfte auch sein, dass immer mehr Menschen, die mit Grippesymptomen zum Arzt gehen, auf das neue Virus getestet werden. Mittlerweile wurden bereits 571 Infektionen nachgewiesen, so die chinesische Gesundheitsbehörde. 95 Patienten haben einen schweren Verlauf, wobei sie alle in der Provinz Hubei bzw. in der Metropole Wuhan leben. 17 Todesfälle wurden mittlerweile ebenfalls bestätigt.

WHO prüft Ausrufung des Gesundheitsnotstandes

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war sich am Mittwochabend noch unschlüssig, ob der Ausbruch den Ausruf des internationalen Gesundheitsnotstandes notwendig mache. Stundenlang hatte ein kurzfristig einberufener Krisenrat getagt, die Entscheidung dann aber auf Donnerstag verschoben.

Von der WHO hieß es, dass man zuerst mehr Informationen brauche, um eine Entscheidung zu treffen. Derzeit tausche man sich rege mit China aus, außerdem könne man erkennen, dass das Land sich intensiv bemüht, den Ausbruch einzudämmen.

Experten gehen davon aus, dass Reisende das neue Virus zumindest vereinzelt mit nach Europa einschleppen könnten. Trotzdem schätzt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Risiko einer Einschleppung des Virus in die EU als „moderat“ ein. Die Bundesregierung sieht auch für Deutschland nur ein „sehr geringes“ Gesundheitsrisiko durch die neue Lungenkrankheit.

Anders reagierte die britische Regierung, die ihre Bürger dazu aufrief, alle nicht zwingenden Reisen nach Wuhan abzusagen. Das Außenministerium in London verteidigte die Entscheidung damit, dass man diesen Schritt aufgrund der neuesten medizinischen Erkenntnisse und Empfehlungen der chinesischen Behörden gegangen sei.

Quelle: Reuters