Müssen die Glücksspielautomaten in Deutschland umgerüstet werden?

Dass das Glücksspiel der Deutschen der Bundesregierung ein Dorn im Auge ist, ist kein Geheimnis. Jetzt will man gegen die Glücksspielindustrie vorgehen. Ein aktueller Bericht deutet an, dass Hunderttausende Glücksspielautomaten in Deutschland umgerüstet oder gar ausgetauscht werden müssten. Die schwarz-rote Bundesregierung will damit die Bevölkerung vor der Glücksspielsucht schützen. Die „Berliner Zeitung“ berichtet, dass ein Trick, mit dem der Spielerschutz umgangen werde, jetzt verboten werden soll. Die beteiligten Bundesministerien und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel von der SPD hätten sich darauf geeinigt, dass das Punktespiel verboten werden soll.

Was ist das Punktespiel an Glücksspielautomaten?

Beim Punktespiel handelt es sich um ein System, bei dem das in den Glücksspielautomaten eingeworfene Geld sofort in Punkte umgewandelt wird. Dieses System ist in nahezu allen deutschen Glücksspielautomaten integriert. Das Problem besteht allerdings darin, dass die gesetzlichen Regelungen zur Spieldauer, dem Höchsteinsatz und dem maximalen Verlust damit ausgehebelt werden. Suchtforscher halten das Punktespiel zudem für besonders gefährlich für den Spieler, da er damit jeglichen Bezug zum Geld als solches verliert.

Die Bundesregierung hat sich dem Bericht zufolge auf eine Neufassung der Spielverordnung geeinigt. Details zum Betrieb der Glücksspielautomaten sind darin verankert und bereits 2012 hatte Philipp Rösler von der FDP, damals Wirtschaftsminister, eine erste Fassung dafür vorgelegt. Allerdings ging der damalige Entwurf den Ländern nicht weit genug, so dass ein Maßgabebeschluss durchgeführt wurde, mit dem die Verordnung geändert wurde. Darin kamen Ergänzungen, wie die zum Punktespiel, hinzu. Allerdings muss die neue Spielverordnung noch von der Europäischen Kommission bestätigt und vom Bundeskabinett formal zur Kenntnis genommen werden.