Massive Behinderungen bei der Deutschen Bahn nach Kabelbränden

Am 18. Und 19. Juni 2017 hat es an mehr als einem Dutzend Orten Kabelbrände in den Anlagen der Deutschen Bahn gegeben. Theoretisch könnten sich Kabelanlagen auch durch eine Überhitzung selbst entzünden. Jedoch ist es äußerst unwahrscheinlich, dass dies an so vielen Orten gleichzeitig geschieht. Einer der Kabelbrände in Berlin entstand außerdem genau zu der Zeit, zu welcher es in der Nacht am kühlsten ist. Deshalb vermuten die Ermittler derzeit, dass es sich um gezielte Brandanschläge handelt, zwischen denen ein Zusammenhang besteht. Deshalb hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. In Sachsen ermitteln die Mitglieder des Operativen Abwehrzentrums, das sich ausschließlich mit politisch motivierten Straftaten beschäftigt.

Welche Regionen sind von den Behinderungen betroffen?

Vier der Kabelbrände legten Strecken in Sachsen lahm. Betroffen sind Strecken von und nach Chemnitz, Dresden, Halle und Leipzig. Neben den Fernstrecken gibt es hier auch Einschränkungen im Regionalverkehr sowie im S-Bahn-Verkehr in den genannten Städten. Dass es dort nicht zu noch größeren Behinderungen kommt, ist der Tatsache zu verdanken, dass einige der Brandsätze entdeckt und unschädlich gemacht wurden, bevor sie weitere Schäden an den Kabelanlagen der Deutschen Bahn anrichten konnten. Trotzdem sind einige Strecken nicht benutzbar, sodass Umleitungen und Schienenersatzverkehr notwendig sind.

Mit Behinderungen durch die Brandstiftungen muss außerdem im Raum Hamburg und Lübeck gerechnet werden. Hier ist der Streckenabschnitt Ahrensburg – Rahlstedt derzeit nicht befahrbar, nachdem es Brandanschläge in Höltigbaum und Eidelstedt gegeben hat. Dass Hamburg in die Brandstiftungen einbezogen wurde, bestätigt den Verdacht eines politisch motivierten Anschlags, denn hier findet in der ersten Juliwoche 2017 das G20-Gipfeltreffen statt.

Verspätungen und Ausfälle bei der DB auch in Bochum, Dortmund und Berlin

In Berlin war der S-Bahnhof Treptower Park von einem Brandanschlag betroffen. Dadurch kommt es zu Verspätungen und Behinderungen bei fünf verschiedenen S-Bahn-Linien. Außerdem wurde ein Kabelschacht in Dortmund in Brand gesetzt. Da Brandbeschleuniger gefunden wurden, ist auch hier von einem gezielten Anschlag auszugehen. Die Konsequenz ist, dass bei drei regionalen Zugverbindungen zwischen Dortmund und Bochum mit Verspätungen in einem Umfang von bis zu 15 Minuten gerechnet werden muss. Derzeit gibt es von der Deutschen Bahn noch keine Angaben, wann der reguläre Betrieb in den genannten Regionen wieder aufgenommen werden kann. Pendler sollten deshalb vorsorglich auch am Montagabend und Dienstagmorgen noch mit Behinderungen und Verspätungen rechnen.

Quelle: dpa, AFP