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Klimawandel: Pegel am Bodensee deutlich unter langjährigem Mittelwert

Harbor

Nicht nur die Flüsse in Deutschland leiden unter dem Niederschlagsmangel. Auch die Pegel am Bodensee zeigen Folgen des Klimawandels.

Es ist kein Wunder, dass der Rhein Probleme mit niedrigen Wasserständen macht. Zu den Ursachen gehören auch die Pegel am Bodensee. Der Wasserstand dort unterschreitet den langjährigen Mittelwert für Ende Juli deutlich, obwohl es in Süddeutschland in den letzten Wochen häufiger geregnet hat als in anderen Regionen der Bundesrepublik. Folgen hat das nicht nur für die Schifffahrt auf dem See selbst und auf dem Rein.

Wie sehen die Pegelstände am Bodensee aktuell aus?

In der letzten Juliwoche liegt der Pegel Konstanz üblicherweise bei etwa 4,20 Metern. Aktuell werden gerade einmal rund 3,27 Meter gemessen. Das heißt, es bleiben lediglich 16 Zentimeter bis zum Minimalwert, der in jüngster Zeit am Pegel Konstanz abgelesen wurde. Die Unterschreitung der langjährigen Mittelwerte beim Wasserstand im Bodensee begann Anfang März 2022. Ab der letzten Maidekade 2022 fielen die Pegelstände deutlich stärker als in den letzten Jahren ab. Noch deutlichere Unterschiede zeigen sich beim Vergleich mit den Werten des vergangenen Jahres. Ende Juli 2021 lag der Pegel Konstanz bei rund 4,58 Metern. An den Pegeln Friedrichshafen und Bregenz ist der Wasserstand im Bodensee binnen einer Woche um 36 Zentimeter gefallen. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass die Pegel bis zum Ende der ersten Augustwoche 2022 um weitere 20 Zentimeter fallen werden. Das zeigt die Brisanz der Lage, denn der sinkende Wasserstand hat gravierende Auswirkungen auf die Wassermengen, die vom Bodensee aus in den Rhein gelangen. Die Rheinschifffahrt muss also in den nächsten Tagen mit wachsenden Einschränkungen rechnen.

Zahlen und Fakten rund um den Bodensee

Der Bodensee liegt im Dreiländereck, das von Deutschland, Österreich und der Schweiz gebildet wird. Sein Zufluss ist neben einigen kleinen Bächen (wie beispielsweise die Goldach, die Stockacher Aach und die Rotach) in der Hauptsache der Alpenrhein. Er befindet sich westlich von Bregenz. Für die Entwässerung ist der Hochrhein zuständig, der bei Stein am Rhein beginnt. Der Bodensee beherbergt mehrere Inseln, von denen die Inseln Lindau, Reichenau und Mainau den größten Bekanntheitsgrad genießen. Die Menge des aus dem Bodensee abfließenden Wassers kann nicht gezielt geregelt werden, weil der Abfluss weder ein Damm noch eine Schleuse besitzt. Der seit Beginn der Aufzeichnungen höchste Pegelstand wurde am 7. Juli 1817 mit einem Wert von 6,36 Metern in Konstanz gemessen. Der mit 2,10 Meter niedrigste Pegel in Konstanz stammt aus dem Jahr 1823. In den letzten Jahrzehnten hat sich die durchschnittliche Wassertemperatur im Vergleich mit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts um knapp ein Grad Celsius erhöht. Klimaforscher gehen davon aus, dass eine weitere Steigerung um bis zu 3 Grad Celsius eintreten wird. Rund um den Bodensee gibt es mehr als 400 verschiedene Vogelarten und im See mehr als 40 Fischarten von A wie Aal bis Z wie Zander.

Quelle: Landesumweltamt Baden-Württemberg