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Insektenschäden gewinnen für Wälder an Bedeutung

Old broken tree laying on the ground with wood rotting around

Eine aktuelle Statistik zeigt eindrucksvoll, welche gravierenden Folgen Insektenschäden in Deutschland mittlerweile haben. Hier gibt es Zahlen.

Derzeit spielen in den Nachrichten vor allem die Waldschäden durch Brände eine Rolle, die den Folgen der Hitze und der Trockenheit geschuldet sind. Dabei sind diese Schäden in Deutschland im Vergleich zu anderen Schadensursachen (noch) recht gering. Insektenschäden spielen beim Aufkommen von Schadholz seit einigen Jahren die mit Abstand größte Rolle. Das belegen offizielle Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Wie haben sich die Insektenschäden in Wäldern entwickelt?

Das Jahr 2021 brachte der Bundesrepublik beim Schadholzaufkommen als Folge von Insektenschäden einen neuen Rekord von rund 41 Millionen Kubikmetern. Sie machten einen Anteil von 81,4 Prozent des aus den Wäldern zu holenden Schadholzes aus. Besonders erschreckend ist ein Blick auf die Entwicklung im letzten Jahrzehnt. Im Jahr 2011 lag der Anteil des Schadholzes durch Insektenschäden noch bei 18,4 Prozent. Den mit Abstand größten Schadholzanteil durch Sturmschäden brachte das Jahr 2015. Auch im Jahr 2018 war das Ausmaß der Sturmschäden höher als die von Insektenbefall in den Wäldern in Deutschland verursachte Menge Schadholz. Windbruch machte im Jahr 2021 lediglich einen Anteil von 4,6 Prozent aus. Die Trockenheitsschäden lagen zeitgleich bei 7,9 Prozent. Das dürfte sich 2022 durch zahlreiche große Waldbrände ändern. Ein Beispiel ist der aufgrund der Geländebedingungen nur schwer unter Kontrolle zu bringende Waldbrand an der deutsch-tschechischen Grenze, der mitten in einer der beliebtesten Urlaubsregionen wütet.

Warum sind deutsche Wälder so anfällig für Insektenschäden?

Der mit Abstand bedeutendste Feind der Waldbestände ist der Borkenkäfer. Er befällt bevorzugt Nadelwälder, wobei Fichtenbestände am meisten gefährdet sind. Rund 99 Prozent des von Insektenbefall verursachten Schadholzaufkommens wurde im Jahr 2021 bei Fichten, Kiefern und Tannen registriert. An dieser Stelle hat Deutschland ein besonderes Problem, denn hierzulande sind Fichtenbestände häufig als Anpflanzungen mit Monokulturen anzutreffen. Der rotbraune Borkenkäfer greift sowohl die Baumrinde als auch das Holz an. Insgesamt gibt es in Mitteleuropa etwa 20 Arten, bei denen es zu plötzlichen Massenvermehrungen kommen kann. Dabei handelt es sich genau um die Arten, die sich auf Nadelbäume spezialisiert haben. Dazu gehören in Deutschland beispielsweise die Unterarten Kupferstecher und Buchdrucker, während in Nordamerika vor allem der Subtyp Dendroctonus ponderosae (Bergkiefernkäfer) die größten Schäden in Kieferwäldern verursacht. In großen Mengen schaffen es die Borkenkäfer, die Bäume so zu schädigen, dass sie komplett absterben. Besonders anfällig für einen solchen „Totalschaden“ sind Baumbestände mit Vorschäden. Dabei spielen vor allem die Folgen von Trockenheit eine wichtige Rolle.

Quelle: Statistisches Bundesamt