Immobilien sind nach dem ZIA weiterhin eine lukrative Geldanlage

Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus dem Frühjahrsgutachten des Wirtschaftsverbands Zentraler Immobilienausschuss e. V., welches gerade eben an die Bundesregierung übergeben wurde.

Die Immobilienpreise werden nach der Meinung der „Immobilienweisen“ ihren steigenden Trend im Jahr 2019 ungebrochen fortsetzen. Daran können offenbar auch die verstärkten Programme für den Bau von Sozialwohnungen sowie das Baukindergeld nichts ändern. Interessant ist die Kritik, welche der Zentrale Immobilienausschuss e. V. (kurz ZIA) am Baukindergeld übt. Danach landet ein erheblicher Teil der staatlichen Zuschüsse nicht bei den Familien, sondern wird von den Bauträgern und Verkäufern in Form stark erhöhter Verkaufspreise vereinnahmt.

Wie sehen die Durchschnittsmieten in Deutschland aktuell aus?

Bundesweit wurden bei neuen Mietverträgen im Herbst 2018 durchschnittlich 7,06 Euro Miete pro Quadratmeter verlangt. Das entspricht einer Steigerung von 3,9 Prozent zum Vergleichszeitraum im Vorjahr. Wer in einer der Top-Metropolen Deutschlands leben möchte, wird mit wesentlich höheren Mieten zur Kasse gebeten. Am teuersten sind Mietwohnungen in München. Dort schlugen im Herbst 2018 bei Neuverträgen durchschnittlich 16,54 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Berliner müssen bei der Neuanmietung von Wohnungen rund zehn Euro pro Quadratmeter kalkulieren. Der Trend zur Preissteigerung in den Großstädten wird sich weiter fortsetzen. Darauf deuten steigende Einwohnerzahlen in den Metropolen hin.

Wie haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen entwickelt?

Der Kauf von Eigentumswohnungen bleibt also eine interessante Geldanlage. Aber auch dort müssen interessierte Investoren mit deutlich gestiegenen Preisen rechnen. Bundesweit haben sich binnen Jahresfrist die Quadratmeterpreise um durchschnittlich 8,2 Prozent erhöht. Für Bestandswohnungen verlangten die Verkäufer im Schnitt 1.875 Euro pro Quadratmeter. Auch hier sind die TOP-Metropolen die Spitzenreiter. Dort liegen die Steigerungsraten bei den Kaufpreisen im zweistelligen Bereich. War in der bayerischen Landeshauptstadt eine Eigentumswohnung kaufen will, muss mittlerweile knapp 6.400 Euro als durchschnittlichen Kaufpreis pro Quadratmeter kalkulieren. An dieser Stelle sehen die „Immobilienweisen“ des ZIA allerdings auch Anzeichen dafür, dass stellenweise deutlich überhöhte Kaufpreise verlangt werden.

Büroräume werden in Deutschland ebenfalls immer knapper

Der Trend zu höheren Miet- und Kaufpreisen setzt üblicherweise dann ein, wenn nur noch um die 3,5 Prozent Leerstand verzeichnet werden. Genau dieser Schwellenwert wurde 2018 in rund drei Dutzend deutschen Städten unterschritten. Die niedrigste Leerstandsquote bei Büroflächen weist mit 1,5 Prozent München auf. Berlin platziert sich knapp dahinter. Das geht aus Daten der Bulwiengesa AG hervor, die in das ZIA-Frühjahrsgutachten eingeflossen sind. Die historisch niedrige Leerstandsquote verteuert die Mieten und die Kaufpreise für Büroimmobilien. Die Konsequenz ist, dass die Rate der Neuansiedelungen von Unternehmen in den TOP-Metropolen durch die hohen Kosten gehemmt werden könnte. In der Folge werden kleinere und infrastrukturell gut erschlossene Kleinstädte im Umfeld der Metropolen für Unternehmensansiedelungen interessanter.

Quelle: ZIA