Im Nordwesten soll Kastrationspflicht für Katzen kommen

Im Nordwesten des Landes will man endlich einen Schritt in die richtige Richtung tun und die Kastrationspflicht für Katzen einführen. Unter anderem will die Gemeinde Wangerland diese Kastrationspflicht einführen. Läuft alles gut, soll die Pflicht bereits ab dem Frühjahr 2015 greifen. Neben der Kastrationspflicht sieht man auch eine Kennzeichnungspflicht der Tiere mit Mikrochip oder Tätowierung vor. Diese Pflicht greift für alle Katzen, die nach draußen dürfen und soll das Elend der Freigänger und freilebenden Katzen verringern.

Schon vor drei Jahren hatte sich der Gemeinderat Wangerland mit einer möglichen Kastrationspflicht für Katzen auseinandergesetzt, damals war das Vorhaben jedoch gescheitert. Jetzt haben SPD und Grüne einen neuen Anlauf gewagt.

Kastrationspflicht vor allem aus Kostengründen

Die Zunahme der Zahl herrenloser, freilebender, aber auch verwilderter Katzen ist in den letzten Jahren extrem ausgefallen. Viele dieser Tiere landen als Fundtiere im Tierheim Wilhelmshaven. Dort werden jährlich bis zu 700 Katzen aufgenommen und versorgt. Für die Kosten müssen die Gemeinden aufkommen. Die Umlage ist laut der Gemeinde Wangerland von 160.944,08 Euro im Jahr 2009 auf 286.770,77 in diesem Jahr angestiegen. Zwar trägt Wangerland von der Gesamtumlage „nur“ 17.179,20 Euro, doch belastet dies den kommunalen Haushalt deutlich.

Schon lange wird die Kastrationspflicht für Katzen vom Tierschutzverein Friesland-Aktiv gefordert. Axel Bürgener aus Wiarden erklärte, dass die stetig steigende Zahl herrenloser Katzen die Arbeit der Tierschützer unnötig erschwere. Man arbeite zwar unermüdlich und auch immer wieder mit dem Tierheim zusammen, jedoch werde man der extremen Katzenschwemme nicht mehr Herr.

Kastrationspflicht auch in Schortens

Trotzdem dankte Bürgener ebenfalls den ansässigen Bürgern, die die Tierschutzarbeit mit Geld- und Sachspenden unterstützen. Ebenfalls arbeiten viele Tierärzte zu vergünstigten Konditionen, um das Katzenelend einzudämmen. Außerdem hat die Stadt Schortens eine Kastrationspflicht für Katzen eingeführt, was von den Tierschützern begrüßt wird.

Trotzdem braucht es mehr Kommunen, die eine solche Kastrationspflicht beschließen, um das Katzenelend auf deutschen Straßen einzudämmen. Die alljährliche Schwemme von Frühjahrskätzchen wird auch in diesem Jahr wieder viele Tierheime in ganz Deutschland treffen und irgendwann gehen mögliche Besitzer nun einmal aus. Daher wird es Zeit, dass die Sache endlich und möglichst flächendeckend angegangen wird.

Quelle: NWZ Online