ifo-Geschäftsklimaindex: Geht die gute Konjunktur dem Ende entgegen?

Schon den dritten Monat in Folge steht die vom ifo-Institut errechnete Konjunkturampel auf Rot. Auch die Daten aus dem ifo-Geschäftsklimaindex sehen nicht gut aus. Mit einer Expansion der deutschen Wirtschaft ist danach aktuell nicht zu rechnen.

Auch der ifo-Geschäftsklimaindex ist rückläufig. Noch im vergangenen Monat sorgten die Angaben von rund 9.000 befragten Unternehmern für 97,9 Zähler. Die jüngste Umfrage brachte es nur noch auf 97,4 Punkte. Das Resultat liegt trotzdem über den Prognosen der Analysten. Sie waren von einem Absturz auf 97,2 Punkte ausgegangen.

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist schon einige Zeit fallend

Die Beurteilung der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten fällt bereits seit August 2018 immer schlechter aus. Damals lag der Geschäftsklimaindex noch bei 104,2 Zählern. Noch im Dezember 2018 gingen die befragten Unternehmer von einer geringfügigen Verbesserung ihrer Geschäfte (101,2 Punkte) aus. Im Januar 2019 unterschritt der ifo-Geschäftsklimaindex erstmals die 100-Punkte-Marke. Ihre aktuelle Lage beurteilen die Unternehmen derzeit noch etwas besser, denn der Lageindex weist 100,8 Punkte aus. Auch bei den Erwartungen ist ein Abwärtstrend zu beobachten. Den Erwartungsindex gibt das ifo Institut für Juni 2019 mit gerade einmal noch 94,2 Punkten an. Den stärksten Abfall bei den Geschäftserwartungen gibt es schon seit Jahresbeginn 2018 im verarbeitenden Gewerbe. Auch die Dienstleistungsbranche stürzte zuletzt ab. Eine leichte Erholung beim Geschäftsklimaindex, bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen deutet sich im Handel an. Der Einbruch beim Bauhauptgewerbe zu Jahresbeginn 2019 scheint überwunden zu sein, auch wenn sich die Zahlen vom Juni 2019 mit einem leichten Rückgang präsentieren.

Droht der deutschen Wirtschaft eine Rezession?

Danach sieht die aktuelle Entwicklung beim ifo-Geschäftsklimaindex nicht aus. Für eine Rezession wären zwei komplette Quartale mit rückläufigen Zahlen notwendig, aber das I. Quartal 2019 brachte beim Bruttoinlandsprodukt einen Zuwachs von 0,4 Prozent. Allerdings weisen die Zahlen auf ein Ende der Boomphase hin. Sie bewegen sich momentan an der Grenze zwischen Boom und Abschwung, sind aber noch weit von den Werten entfernt, die eine Rezession ankündigen würden. Das heißt, dass äußere Faktoren darüber bestimmen, wie es mit der deutschen Wirtschaft weitergeht. Eine wichtige Rolle nimmt dabei der Brexit ein. Ein harter Brexit ohne einvernehmliche Regelungen mit der Europäischen Union könnte die Entwicklung in Richtung Abschwung kippen. Hinzu kommen Unsicherheiten durch die Zollkonflikte zwischen der Europäischen Union und den USA.

Quelle: ifo Institut