IFAT München: Reifenabrieb ist Inhalt eines Forschungsprojekts

Derzeit laufen in den Medien vor allem die Diskussionen um den Plastikmüll auf Hochtouren. Nun dürfte ein auf der Fachmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft (IFAT) vorgestelltes Projekt die Aufmerksamkeit auch in Richtung Reifenabrieb lenken.

Das Forschungsprojekt „Reifenabrieb in der Umwelt“ wurde bereits im Jahr 2017 initiiert. Nun wird es unter der Leitung der Wissenschaftler Fakultät Planen, Bauen & Umwelt der TU Berlin in die Praxis umgesetzt. Ebenfalls beteiligt ist die Forschungsabteilung der Wasserwerke der deutschen Hauptstadt Berlin.

Welche Rolle spielt der Reifenabrieb für die Umwelt?

Genau dort liegt aktuell das Problem, denn diese Auswirkungen wurden bisher noch nicht untersucht. Relevant ist der Reifenabrieb für die Verschmutzung des Grundwassers, der Flüsse und der Ozeane allemal, denn er wird durch das Regenwasser von den Straßen in die Kanalisation gespült. In einigen Kommunen mit einer separaten Regenwasserabführung fließt das kontaminierte Wasser ungeklärt in die Flüsse. Auch das Regenwasser von Bundesstraßen, Autobahnen und Landstraßen gelangt ungefiltert in den benachbarten Boden. Mit dem Wasser gelangen nicht nur Gummipartikel in die Umwelt, denn der Reifenabrieb enthält auch andere Kunststoffe sowie Metallpartikel. Dabei spiel vor allem Zink eine wichtige Rolle.

Der jährliche Reifenabrieb bringt es auf enorme Mengen

Aktuelle Hochrechnungen zum Umfang des Reifenabriebs gibt es nicht. Die letzte offizielle Schätzung stammt aus dem Jahr 2010. Damals gab die Bundesanstalt für Straßenwesen eine jährliche Menge von mehr als 110.000 Tonnen allein für Deutschland an. Diese Menge wirkt auf den ersten Blick unglaublich, aber in Deutschland sind aktuell rund 63,7 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Bei 7,3 Millionen Zulassungen handelt es sich um PKW- oder LKW-Anhänger. 46,3 Millionen der zugelassenen Fahrzeuge sind Personenkraftwagen. Bei Rest handelt es sich um Trucks und Busse. Doch nicht nur diese Fahrzeuge hinterlassen auf deutschen Straßen Reifenabrieb. Hinzu kommen die Partikel, die von ausländischen Fahrzeugen bei Transitfahrten hinterlassen werden. Im Jahr 2017 wurden allein im Güterverkehr drei Millionen solcher Fahrten verzeichnet.

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, dpa