Grippeschutzimpfung bietet in der aktuellen Saison geringen Schutz

Die Grippeschutzimpfung wird Jahr für Jahr bestimmten Risikogruppen besonders ans Herz gelegt, darunter Schwangere, über 60-Jährige, chronisch Kranke und medizinisches Personal. Doch in diesem Jahr wirkt der Impfstoff, der jährlich den grassierenden Viren angepasst wird, offenbar nicht so gut wie üblich.

In diesem Jahr wird ein Dreifachimpfstoff gegen die Grippe besonders häufig verwendet. Doch in dem ist ein Erreger, der in Deutschland kursiert, überhaupt nicht enthalten. Wie eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mitteilte, wird über die „Hälfte der derzeit nachgewiesenen Influenzafälle durch Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie“ verursacht, die in dem betreffenden Impfstoff nicht enthalten sind. Daher empfiehlt sie den Vierfachimpfstoff, der eine solche Komponente enthält.

Welche Impfstoffe gibt es in dieser Saison?

In dieser Saison wird ein Dreifachimpfstoff, der vor einem H1N1 und einem H3N2 Stamm schützt, die zu den Viren des Typs A gehören, und vor einem Virus des Typs B schützt, besonders häufig eingesetzt. Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für diesen preiswerten Dreifachimpfstoff, es sei denn, der Arzt begründet die Verordnung des teureren Vierfachimpfstoffs, etwa aufgrund einer schweren Erkrankung des Patienten.

Wie das Robert-Koch-Institut angibt, lohnt sich die Grippeschutzimpfung für die Risikogruppen auch jetzt noch. Allerdings betont man, dass der B-Typ der Yamagata-Linie derzeit dominiere. Daher sollten Hochrisikopatienten bevorzugt mit dem Vierfachimpfstoff versorgt werden. Trotzdem lässt sich bisher noch nicht sagen, welche Viren die meisten Infektionen verursachen werden, schließlich hat die Grippesaison gerade erst begonnen.

USA hat ebenfalls mit Grippewelle zu kämpfen

Die USA haben derzeit ebenfalls mit einer schweren Grippewelle zu kämpfen. Dort sind H3N2-Viren diejenigen, welche die meisten Erkrankungen verursachen. Auch in Australien war dieser Erreger für die meisten Erkrankungen bei der zuletzt erlebten, sehr schweren Grippewelle verantwortlich.

Allerdings ist schon bekannt, dass Impfstoffe, die gegen H3N2 wirken, einen geringeren Schutz bieten. Der Grund findet sich in den Viren selbst, da sie sich so extrem schnell verändern können, dass nicht einmal der aktuellste Impfstoff noch greifen kann.

Schon in der letzten Grippesaison sorgten H3N2-Viren für die meisten Grippefälle. Etwa 3,4 Millionen Menschen waren aufgrund der Grippe zeitweise arbeitsunfähig, 30.000 Menschen mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden, weil die Grippeerkrankung einen so schweren Verlauf nahm. In der Grippesaison 2016/17 wurden zudem 114.200 Grippefälle mittels Labordiagnostik bestätigt.

Quelle: dpa