Gewerkschaften ziehen mit Kodex gegen sexuelle Übergriffe nach

Nachdem bereits die Producers Guild of America Regeln zur Prävention gegen sexuelle Belästigungen veröffentlicht hat, ziehen nun die Künstlergewerkschaften nach. Am 10. Februar 2018 veröffentlichte auch die SAG-AFTRA einen eigenen Verhaltenskodex, durch welchen die rund 160.000 Mitglieder künftig besser geschützt werden sollen.

Dass der Verhaltenskodex der SAG-AFTRA an die Mitglieder bereits ausgegeben wurde, bestätigte die Präsidentin der Gewerkschaft am Samstag im Rahmen eines Treffens des National Boards. Er ist danach nicht die einzige Maßnahme, die von der SAG-AFTRA zum Schutz der Mitglieder ergriffen wird.

Was beinhaltet der Verhaltenskodex der SAG-AFTRA?

Dort wird genau definiert, wann es sich um einen Fall von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz handelt. Außerdem wird dort beschrieben, welche anderen Verhaltensweisen im Arbeitsumfeld nicht geduldet werden sollen und dürfen. Ähnlich wie die Producers Guild geht auch die Gewerkschaft davon aus, dass Meldesysteme für Fälle von sexuellen Übergriffen unverzichtbar sind. Ein solches Meldesystem soll nun auch gewerkschaftsintern eingerichtet werden. Außerdem will die SAG-AFTRA einen Support für die Film- und Fernsehindustrie in Form spezieller Schulungsprogramme bereitstellen. Gabrielle Carteris hatte bereits nach dem Bekanntwerden des Weinstein-Skandals auch die International Federation of Actors zur Mitwirkung aufgefordert. Dass sich die Gewerkschaftspräsidentin für diese Thematik so stark engagiert, muss nicht wundern, denn sie ist nach den Angaben in einem Interview mit dem Magazin „Variety“ selbst mehrfach sexuell belästigt worden.

Wissenswerte Fakten zur SAG-AFTRA

Die Gewerkschaft entstand im Jahr 2012 durch den Zusammenschluss der 1993 etablierten Gewerkschaft der Filmschauspieler (SAG) und der 1937 ins Leben gerufenen Gewerkschaft der Künstler, die für TV- und Rundfunkproduktionen arbeiten (AFTRA). Den bisher längsten Streik in der Geschichte der Organisation gab es bei den Künstlern, die ihre Stimmen den Figuren in Videospielen leihen. Er dauerte vom 21. Oktober 2016 bis zum 23. September 2017. Die Gewerkschaft zählt rund 200.000 Mitglieder, von denen allerdings nur die rund 120.000 aktiven Mitlieder an Urabstimmungen über Streiks teilnehmen dürfen. Die SAG-AFTRA ist in Los Angeles ansässig und ihrerseits Mitglied in der International Federation of Actors.

Quelle: sagaftra.org