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Gewässer in Deutschland sind in schlechten Zustand

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Danach kann die Qualität der Gewässer in Deutschland durchweg nicht als gut bewertet werden.

Bei der Antwort zur Frage nach dem Zustand der Gewässer in Deutschland beruft sich die Bundesregierung auf die Daten der Erfassung der Qualität im Rahmen der Aktualisierung der Bewirtschaftungspläne im Jahr 2015. Die Hauptprobleme resultieren aus den Mengen der langlebigen Substanzen, die im Wasser nachgewiesen wurden. Dabei spielt Quecksilber die wichtigste Rolle. Die Antwort der Bundesregierung deckt gleichzeitig eine gravierende Lücke bei der Umsetzung der Umweltschutzmaßnahmen auf. Die nächste bundesweite Erhebung der Gewässerqualität findet erst im Jahr 2021 zusammen mit der zweiten Aktualisierung der Bewirtschaftungspläne statt.

Welche Substanzen belasten die Gewässer in Deutschland?

Neben Quecksilber erweisen sich auch die Substanzen TBT, PAK und BDE als Problem. Unter das Kürzel TBT fällt beispielsweise Tribulzinnhydrid. Dabei handelt es sich um eine farblose und toxische Flüssigkeit, die bei der Abspaltung von Carbonsäuren zum Einsatz kommt. PAK steht für polcyclische aromatische Kohlenwasserstoffe wie Fuore, Biphenyl und Naphtalin. Einige der PAK-Substanzen dienen als Weichmacher oder werden bei der Herstellung von Pestiziden sowie Imprägniermitteln für Echtholz verwendet. BDE-Substanzen zählen sich zu den Inhaltsstoffen von Flammschutzmitteln. Welche Rolle diese drei Stoffgruppen zusammen mit dem Quecksilber spielen, wird an einer zusätzlichen Aussage der Bundesregierung deutlich. Würden sie nicht mit berücksichtigt, könnten 83 Prozent aller deutschen Gewässer die Qualitätsbeurteilung „gut“ bekommen.

Welche Flüsse in Deutschland sind am meisten belastet?

Bei dieser Frage beruft sich die Bundesregierung auf die Relevanzabschätzungen der einzelnen Bundesländer. Danach hat die Elbe die mit Abstand schlechteste Wasserqualität. Bei der Elbe wurden von 2013 bis 2016 Überschreitungen der Grenzwerte bei 27 verschiedenen Schadstoffen ermittelt. Die weitschlechteste Wasserqualität hat danach der Rhein, wo zeitgleich die Grenzwerte für 17 Schadstoffe überschritten wurden. Bei der Maas waren es 15 Schadstoffe, bei der Weser 10 und bei der Oder 11 Schadstoffe. Dabei fällt auf, dass Überschreitungen der Grenzwerte für BDE-Substanzen und Quecksilber bei allen genannten Flüssen nachgewiesen wurden. Auch die PAK-Substanzen sind mit Ausnahme der EMS überall vertreten. Zahlreiche Schadstoffe belasten die Gewässer nicht nur unmittelbar, sondern fördern auch die Vermehrung der Blaualgen (Cyanobakterien). Diese hat sowohl 2018 als auch 2019 dazu geführt, dass massenhaft Badeverbote für Gewässer in Deutschland verhängt werden mussten.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/12699