Fridays for Future: Nur die Freitage reichen nicht aus

Die Bewegung Fridays for Future nutzt aktuell aus, dass die Endnoten für die Zeugnisse bereits feststehen, obwohl die Ferien noch nicht in allen Bundesländern begonnen haben. Die Aktionen finden auch an zahlreichen anderen Wochentagen statt.

Wer glaubte, die unter dem Motto Fridays for Future stehenden Proteste der Schülerinnen und Schüler mit Bußgeldern stoppen zu können, dürfte seine Falscheinschätzung inzwischen erkannt haben. Die Klimaschutzbewegung der Jugendlichen hat darauf reagiert. Mittlerweile steht auf der deutschsprachigen Homepage sogar ein Generator für Entschuldigungen bereit. Eltern müssen sie nach der Eingabe der Daten und dem Ausdruck als PDF nur noch unterschreiben.

Köln ist diese Woche der Dreh- und Angelpunkt für Fridays for Future

Die Kölner Stadtverwaltung sieht sich in der Woche 28 des Jahres 2019 mit einer Art Belagerungszustand konfrontiert. Zu Wochenbeginn kündigte die Klimaschutzinitiative an, dass zahlreiche Schülerinnen und Schüler mehrtägig rund um die Uhr den Rathausvorplatz belegen. Der Termin für die Aktionswoche in Köln ist gut gewählt. Die Vertreter des Kölner Stadtrats hatten bereits die Ausrufung des Klimanotstands für die Stadt in der zweiten Juliwoche 2019 durchblicken lassen. Außerdem ist es die vorletzte Schulwoche vor dem Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen. Die Zeugnisnoten stehen in den meisten Schulen bereits fest. Gegen die Klimaschutzinitiative eingestellte Lehrer haben deshalb keine Chance mehr, unentschuldigt fehlende Schüler mit schlechteren Endnoten abzustrafen. Dennoch sollten es die Teilnehmer der Aktionen von Fridays for Future nicht auf unentschuldigtes Fehlen ankommen lassen, sondern stattdessen das Entschuldigungs-Tool auf der Homepage der Initiative nutzen.

Fridays for Future: Die Highlights der laufenden Woche

Die Notwendigkeit einer Entschuldigung gilt natürlich genauso für die Teilnahme an den nächsten Aktionen. Wer sich an der Demonstration am 11. Juli 2019 auf dem Kornmarkt in Borken beteiligen möchte, hat dieses Problem nicht, denn hier haben die Sommerferien bereits letzte Woche begonnen. Das ebenfalls für den 11. Juli 2019 geplante Treffen am Hauptbahnhof in Bielefeld beginnt erst um 14:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt dürften viele Teilnehmer bereits Schulschluss haben. In Bielefeld soll am Donnerstag die Entscheidung über die Ausrufung des Klimanotstands in der Stadt fallen. Am Freitag sind Aktionen in mehr als zwei Dutzend deutschen Städten geplant. Eines der Highlights ist das internationale Treffen in der Allgäuhalle in Kempten. Dort stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpenraum im Fokus. In Ulm startet am 12. Juli 2019 auf dem Marktplatz eine Kundgebung, welche die Teilnehmer von Fridays for Future bis zum Sonntagmittag durchhalten wollen.

Quelle: Fridays for Future