Fans und Familie trauern um Komponisten Martin Böttcher

Am 21. April 2019 schloss der Musiker und Komponist Martin Böttcher für immer seine Augen. Zu seinen Hinterlassenschaften gehört unter anderen die Musik zu einigen Verfilmungen der Bücher von Karl May.

Der gebürtige Berliner mit dem bürgerlichen Namen Martin Böttcher war auch unter den Pseudonymen Renardo und Michael Thomas aktiv. Für sein umfangreiches Lebenswerk wurde ihm im Jahr 2004 das Bundesverdienstkreuz überreicht. Im Jahr 1994 durfte er sich über den „Scharlih“ freuen. Dabei handelt es sich um einen Ehrenpreis, der an Menschen vergeben wird, die sich für die Bekanntmachung der Werke von Karl May engagieren. In der Vergangenheit erhielten diesen Preis beispielsweise auch Lex Barker, Pierre Brice, Chris Howland und Klaus-Hagen Latwesen.

Welches Lebenswerk hinterließ Martin Böttcher?

Insgesamt lieferte Martin Böttcher Soundtracks zur mehr als hundert Filmen und Serien. Der erste Soundtrack aus seiner Feder stammt aus dem Jahr 1955 und gehört zum Film „Der Hauptmann und sein Held“. Danach folgen Soundtracks beispielsweise zu den Filmen „Kindermädchen für Papa gesucht“ (1957), „Endstation Liebe“ (1958), „Pension Schöller“ (1960) und „Willy, der Privatdetektiv“ (1960). Im Jahr 1962 lieferte Martin Böttcher den Soundtrack zur Verfilmung des von Edgar Wallace stammenden Romans „Das Gasthaus an der Themse“. Im gleichen Jahr wurde der deutsche Musiker und Komponist als Macher des Soundtracks für den Karl-May-Film „Der Schatz im Silbersee“ engagiert. In den beiden Jahren danach schuf er die Soundtracks für „Winnetou“ Teil 1 und 2. Im Jahr 1964 versuchte sich Martin Böttcher erstmals an der Musik für eine TV-Serie und lieferte Soundtracks für vier Episoden von „Das Kriminalgericht“.

Wie ging die Karriere von Martin Böttcher weiter?

Der Musik für die Verfilmung von Karl-May-Büchern blieb Martin Böttcher weiterhin treu. Beispiele dafür sind „Winnetou 3“ (1965), „Winnetou und das Halblut Apanatschi“ (1966) sowie „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ (1968). Ab dem Ende der 1960er Jahre wurde Martin Böttcher verstärkt für die Produzenten von TV-Serien tätig. Beispiele dafür sind „Ida Rogalski“, „Die Journalistin“, „Die Tausenderreportage“ und „Kara Ben Nemsi Effendi“. In den 1980er Jahren lieferte Martin Böttcher die Musik zu den Erfolgsserien „Derrick“ und „Der Alte“. Noch im fortgeschrittenen Alter ließ den gebürtigen Berliner die Reihe der Karl-May-Filme nicht los. Das zeigen die von ihm stammenden Soundtracks für „Winnetous Rückkehr“ (1998), „Winnetou und der Schatz der Marikopas“ (2006) sowie „Winnetou – Das Geheimnis vom Silbersee“ und „Winnetou – Der letzte Kampf“ (beide 2016).

Quelle: imdb, Bayerischer Rundfunk