Fans trauen um Manfred Uhlig

Am 24. Juli 2019 schloss Manfred Uhlig in seiner Heimatstadt Leipzig für immer die Augen. Das teilte der BSG Chemie Leipzig e.V. offiziell auf der Vereinsseite mit.

Der Kabarettist, Schauspieler und Entertainer Manfred Uhlig prägte die Kunstlandschaft der ehemaligen DDR entscheidend mit. Für sein Lebenswerk erhielt er im Jahr die vom Mitteldeutschen Rundfunk vergebene Goldene Henne. Zum Zeitpunkt seines Todes war Manfred Uhlig 91 Jahre alt.

Was umfasst das von Manfred Uhlig hinterlassene Lebenswerk?

Nach seinem Schauspielstudium war Manfred Uhlig zuerst Rollen an Theatern in vier Städten an. Im Jahr 1956 wurde sein Talent von den Gründern der „Leipziger Pfeffermühle“ entdeckt. In dem Kabarett war unter anderem auch Helga Hahnemann tätig. Die Texte der Kabarettisten waren so scharfzüngig, dass eine Vorstellung von den Kampfgruppen gestürmt und das vorher genehmigte Programm verboten wurde. Ab 1962 trat Manfred Uhlig überwiegend in Rundfunk- und TV-Sendungen auf. Er gehörte beispielsweise zusammen mit Heinz Quermann und Herbert Köfer zu den Moderatoren der Sendung „Da lacht der Bär“. Von 1972 bis 1977 zählte Manfred Uhlig zu den regelmäßigen Moderatoren der DDR-Kultsendung „Ein Kessel Buntes“. Nach der deutschen Wiedervereinigung war der Kabarettist und Moderator für den Mitteldeutschen Rundfunk tätig.

Welche Bedeutung hatte Manfred Uhlig für den Fußballclub BSG Chemie Leipzig?

Dass die Meldung von einem Leipziger Fußballverein kommt, hat einen guten Grund. Manfred Uhlig gehörte zu den Leipziger Künstlern, die sich offen dazu bekannten, ein Fan dieses Vereins zu sein. Das konnte zu DDR-Zeiten durchaus Nachteile haben, weil es eine erhebliche Rivalität zwischen den Fans der BSG Chemie Leipzig e.V. und dem 1. FC Lokomotive Leipzig gab. Sie resultierte auch aus der Tatsache, dass die beiden Fußballvereine in unterschiedlicher Art und Weise gefördert wurden. Beginnend ab 1954 wurden sogar die besten Spieler der BSG Chemie Leipzig zur „Loksche“ abgezogen, wie der 1. FC Lokomotive von den Einheimischen genannt wird. Dieser Name kommt übrigens daher, dass die Deutsche Reichsbahn der Trägerbetrieb des Fußballvereins war. Die Führung des BSG Chemie Leipzig beschrieb im offiziellen Statement zum Tod von Manfred Uhlig die Bedeutung des Künstlers für den Verein als „kaum in Worte zu fassen“. Noch kurz vor seinem Tod hatte er dem Verein eine Spende zukommen lassen.

Quelle: BSG Chemie Leipzig