In den USA steigen die Masernzahlen im laufenden Jahr deutlich. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (kurz CDC) wurden bis zum 5. November 2026 insgesamt 5.182 bestätigte Fälle gemeldet. Im gesamten Vorjahr waren es 2.289. Damit liegt die bisherige Zahl bereits rund 126 Prozent über dem Jahreswert von 2025, obwohl das laufende Jahr noch nicht abgeschlossen ist. Die CDC verzeichnet 43 neue Ausbrüche. 96 Prozent der bestätigten Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit Ausbrüchen, darunter auch solchen, die schon 2025 begonnen hatten. Die Meldungen stammen aus 47 Zuständigkeitsgebieten, die nicht mit 47 Bundesstaaten gleichzusetzen sind. Zusätzlich erfasst die Gesamtzahl 18 Fälle unter internationalen Besuchern. Die Angaben betreffen ausschließlich bestätigte und an die CDC übermittelte Erkrankungen. Sie können sich durch Nachmeldungen oder Überprüfungen verändern. Ein unterjähriger Zwischenstand wird hier also mit einem vollständigen Vorjahr verglichen, nicht mit dessen gleichem Stichtag. Für Reisende ist die Entwicklung Anlass, den eigenen Impfschutz rechtzeitig zu überprüfen.
Auswärtiges Amt: Impfungen vor USA-Reisen prüfen
Das Auswärtige Amt empfiehlt für USA-Reisen, die Standardimpfungen entsprechend dem aktuellen STIKO-Impfkalender zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehört insbesondere der Schutz gegen Masern, aber auch Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio sollten berücksichtigt werden. Für die direkte Einreise mit ESTA-Genehmigung aus Deutschland sind aktuell keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Beim Wunsch nach einer Greencard sieht das anders aus. Das bedeutet jedoch nicht, dass Impfungen für die persönliche Vorsorge vor Privat- oder Dienstreisen entbehrlich wären. Als Reiseimpfung wird Hepatitis A empfohlen. Je nach individuellem Risiko kommen außerdem Hepatitis B, Meningokokken der Gattung ACWY, Tollwut und für bestimmte Regionen Denguefieber infrage. Welche dieser Impfungen tatsächlich angezeigt ist, hängt unter anderem von Reiseroute, Aufenthaltsdauer und geplanten Aktivitäten ab. Eine pauschale Empfehlung aller genannten Impfungen für sämtliche USA-Reisenden lässt sich daraus nicht ableiten. Sinnvoll ist deshalb eine ärztliche oder reisemedizinische Beratung einige Wochen vor der Abreise. Dabei sollten auch Vorerkrankungen und der bisherige Impfstatus besprochen werden. Der Impfpass gehört zur Vorbereitung ebenso wie die Reisedokumente.
STIKO-Impfkalender: Masernschutz beginnt in Deutschland im Kindesalter
Der Impfkalender 2026 ist Bestandteil der STIKO-Empfehlungen und umfasst die Standardimpfungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Gegen Masern empfiehlt die Ständige Impfkommission für alle Kinder zwei Dosen eines Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Die erste Impfung ist regulär mit elf Monaten vorgesehen, die zweite mit 15 Monaten. Zwischen beiden Impfdosen müssen mindestens vier Wochen liegen. Fehlende Impfungen sollen bei Kindern und Jugendlichen möglichst rasch nachgeholt werden. Für nach 1970 geborene Erwachsene gilt als Standardempfehlung eine einmalige Dreifach-Impfung, wenn ihr Impfstatus unklar ist oder sie in der Kindheit nicht beziehungsweise nur einmal gegen Masern geimpft wurden. Davon zu unterscheiden sind berufliche Empfehlungen. In bestimmten Tätigkeitsbereichen (etwa medizinischen Einrichtungen, Pflege und Gemeinschaftseinrichtungen) werden für nach 1970 Geborene insgesamt zwei Masernimpfungen empfohlen. Bei kleinen Kindern können unter besonderen Bedingungen frühere Impftermine infrage kommen. Dies erfordert eine individuelle ärztliche Bewertung.
Quelle: CDC, RKI, STIKO, Auswärtiges Amt

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