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Trend in Deutschland: Weniger Privathaushalte, mehr Singlehaushalte

Group of people listening on the street. Urban crowded background.

Die Entwicklungen bei der Anzahl und Größe der Privathaushalte deuten auf erhebliche Veränderungen in den nächsten Jahrzehnten hin. Das zeigen offizielle Zahlen.

Die Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamts deuten darauf hin, dass die Anzahl der Privathaushalte in Deutschland bis 2050 signifikant sinken wird. Je nach zugrundegelegtem Szenario bei der Bevölkerungsentwicklung kann das Minus zwischen 2 und 5 Prozent liegen. Am wahrscheinlichsten gilt ein Rückgang von rund 41,8 Millionen Haushalten auf bis zu 39,7 Millionen Privathaushalte im Jahr 2050. Das bedeutet eine Trendumkehr, denn seit der deutschen Wiedervereinigung war die Anzahl der Haushalte über mehr als drei Jahrzehnte hinweg angestiegen. Besonders deutlich wären die Veränderungen in den Flächenländern im Osten, denn dort könnte das Minus bei bis zu 12 Prozent liegen.

Deutliche Veränderungen bei den Haushaltsgrößen absehbar

Deutliche Steigerungen zeichnen sich beim Anteil der Singlehaushalte ab. Zuletzt wurden rund 17,9 Millionen Singlehaushalte in Deutschland ermittelt. Abhängig von der Entwicklung des Medianalters wird es im Jahr 2050 zwischen 18,5 und 19,2 Millionen Ein-Personen-Haushalte geben. Das macht zwischen 23 und 24 Prozent aller Privathaushalte in Deutschland aus und bedeutet eine Steigerung des Anteils um 2 bis 3 Prozent im Vergleich zum aktuellen Stand. Gleichzeitig sinken die Anteile der Mehrpersonenhaushalte. Allerdings gibt es dabei eine Ausnahme, denn nach den Vorausberechnungen wird der Anteil der Haushalte, in denen 5 oder mehr Personen leben, vor allem bei der Annahme einer Steigerung des Anteils jüngerer Menschen an der Gesamtbevölkerung steigen.

Altersstruktur der Bevölkerung hat großen Einfluss auf die Haushaltszahl

Im Jahr 1910 präsentierte sich die grafische Darstellung der Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland als nahezu perfekte Pyramide. Durch den II. Weltkrieg änderte sich das dramatisch. Es wurden weniger Kinder geboren und die Reihen der jungen Menschen unmittelbar durch die Kriegsfolgen deutlich reduziert. Bis heute ist die als ideal geltende Pyramide der Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland nicht wiederhergestellt worden. Momentan stellen die größte Bevölkerungsgruppe Menschen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Auch die Vorausberechnung für den Stand im Jahr 2070 zeigt ein ähnliches Bild. Hinzu kommt, dass der Anteil der Menschen im Alter über 70 Jahren deutlich steigt, während die Anteile jüngerer Menschen (unter 40 Jahren) nahezu unverändert bleibt. Das geht aus den Daten der 16.koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung hervor. Der Trend zu mehr Ein-Personen-Haushalten setzt sich also auch nach dem Jahr 2050 weiter fort, weil gerade unter den hochbetagten Personen sehr viele Menschen in einem Singlehaushalt leben.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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