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Europäischer Gesundheitsbericht der WHO – vielen geht es gut

Wie der aktuelle Europäische Gesundheitsbericht der WHO offen legt, leben in Europa viele Menschen gut. Fast 100 Prozent der Kinder gehen zur Schule, die Lebenserwartung liegt bei bis zu 82 Jahren und viele Menschen haben Arbeit und sind insgesamt zufrieden mit ihrem Leben.

Allerdings zeigt der Report auch, dass es große Unterschiede innerhalb Europas gibt. So ist Mazedonien etwa ein Negativ-Beispiel hat hier doch fast ein Drittel der Bevölkerung keine Arbeit. In der Türkei ist Übergewicht ein massives Problem, von dem zwei Drittel der Bevölkerung betroffen sind. Und Kirgistan leidet unter einer hohen Kindersterblichkeit, 20 von 1.000 Kindern sterben bereits bei der Geburt. Wie Claudia Stein, Leiterin der Abteilung für Information beim WHO-Regionalbüro Europa erklärt, verringern sich die Unterschiede zwischen den Staaten in der Europäischen Union zwar, aber sie sind immer noch vorhanden. In Spanien etwa lebt eine Frau im Schnitt 22 Jahre länger als ein Mann in Russland.

In Europa wird laut WHO zu viel geraucht und getrunken

Weiter heißt es in dem aktuellen WHO-Report, dass die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch chronische Atemwegserkrankungen, Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist. Dennoch sind die Zahlen immer noch erschreckend hoch. Fast 30 Prozent aller Bürger in der gesamten Region konsumieren Tabak, fast 60 Prozent sind übergewichtig. Auch der Alkoholkonsum ist mit elf Litern pro Person und Jahr sehr hoch.

Wie die Autoren im Bericht weiter schreiben, ist der Alkohol- und Tabakkonsum in der EU weltweit am höchsten. Auch Übergewicht und Adipositas sind sehr weit verbreitet, liegen nur noch knapp hinter den Werten aus Gesamtamerika. Künftige Generationen könnten durch diese weite Verbreitung von Übergewicht und Co. wieder mit kürzeren Lebenserwartungen rechnen müssen.

So sahen die Ergebnisse der WHO im Detail aus

Im Detail ergaben sich laut WHO-Bericht folgende Ergebnisse: Der Alkoholkonsum ging auch durch verschiedene Kampagnen, die gestartet wurden, in den letzten Jahren zurück. Die jüngsten Daten zeigen, dass von 2005 bis 2010 gut zehn Prozent weniger Alkohol konsumiert wurden. Trotzdem ist der Alkoholkonsum der Europäer noch immer der höchste. Große Unterschiede ergeben sich aber in den einzelnen Ländern. In islamisch geprägten Ländern lag der Alkoholkonsum bei nur 1,4 Litern reinen Alkohols pro Kopf und Jahr, in Weißrussland dagegen bei 14,4 Litern. In Deutschland liegt der Wert bei elf Litern und wird immer noch als sehr hoch angesehen.

Beim Tabakkonsum gab es ebenfalls einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen. Dieser ist auch maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass die Zahl der vorzeitigen Todesfälle gesunken und die Lebenserwartung von Männern gestiegen ist. Von 2010 bis 2012 wurde in 39 von 41 untersuchten Ländern weniger geraucht. Trotzdem betont der WHO-Bericht, dass die Quote der Raucher mit 30 Prozent noch immer sehr hoch ist. In Russland, Georgien und Griechenland wird den Daten zufolge am meisten geraucht, in Dänemark und Island hält man sich am meisten zurück beim Rauchen. Deutschland liegt in diesem Punkt im mittleren Bereich.

Im 21. Jahrhundert ist die Fettleibigkeit eines der größten Gesundheitsprobleme, wie der Bericht aufzeigt. In 51 Ländern ist die Zahl übergewichtiger und adipöser Menschen von 2010 bis 2014 gestiegen. Die höchste Quote übergewichtiger Personen gibt es in Amerika mit 61 Prozent. Europa liegt mit 58,6 Prozent nur knapp dahinter.

Ebenfalls sind die Todesfälle aufgrund äußerer Ursachen und Verletzungen zurückgegangen, und das schon seit 2002. Die WHO sieht den Grund darin in verstärkten Strategien und Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und verschärften Sicherheitsstandards. Hier zeigte sich sogar ein Geschlechterunterschied. Bei Unfällen, vor allem im Straßenverkehr, sterben mehr Männer aus Frauen. Ein besonderes Risiko besteht dabei für Männer zwischen 15 und 44 Jahren. In Moldawien, Griechenland und Kirgistan wird der Verkehr als besonders gefährlich eingestuft, in Deutschland wurde hier ein überdurchschnittliches Ergebnis erreicht. Die meisten Morde finden in Russland statt, die meisten Suizide in Litauen und Weißrussland. Generell ist die durchschnittliche Suizidrate dem WHO-Bericht zufolge in der EU deutlich höher als in allen anderen WHO-Regionen.

Quelle: Spiegel