Erneuter Brand in einem Hochhaus: „Marco-Polo-Tower“ in Honolulu

Dass ein Brand in einem Hochhaus nicht unkontrollierbar werden muss, zeigt ein Feuer, welches am Nachmittag des 14. Juli 2017 im „Marco-Polo-Tower“ in Hawaii ausbrach. Es erfasste vier Etagen des Gebäudes und konnte von der Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Es brach in der 26. Etage aus und erfasste Teile der 25. sowie der 27. und 28. Etage. Allein aus Sicherheitsgründen konnten einige der vorsorglich evakuierten Bewohner erst nach vier bis sechs Stunden in ihre Wohnungen zurück. Für notwendig hielten das die Löschkräfte vor Ort, weil es etwa 1,5 Stunden nach Beginn der Löscharbeiten erneut aufflackerte. Dass die Schäden relativ gering gehalten werden konnten, ist vor allem deshalb interessant, weil es im gesamten Gebäude kein Sprinkler-System gibt.

Brand in Grenfell Tower in London hat Spuren hinterlassen

Die Reaktionen einiger Bewohner des „Marco-Polo-Tower“ zeigten, dass in den Hochhäusern nach dem verheerenden Brand im Grenfell Tower London die Angst regiert. Das ist zahlreichen Augenzeugenberichten zu entnehmen. Selbst zahlreiche Nutzer der Wohnungen unterhalb der brennenden Etagen gerieten in Panik, obwohl sie das Gebäude ohne größere Probleme hätten verlassen können. Ursache dafür war vor allem die erhebliche Rauchentwicklung, welche den Brandherd deutlich größer erscheinen ließ, als er tatsächlich war. Doch das amerikanische Rote Kreuz reagierte sehr schnell und evakuierte große Teile des Gebäudes. Die Bewohner wurden in einer benachbarten Schule versorgt. Der schnellen Reaktion ist zu verdanken, dass es bei dem Hochhausbrand im „Marco-Polo-Tower“ nur drei Tote und ein Dutzend Verletzte gab. Zu den Verletzten gehört ein Feuerwehrmann. Bei den verletzten Bewohnern handelt es sich fast durchweg um Rauchgasvergiftungen.

Auch beim „Marco-Polo-Tower“ gibt es massive Kritik an der Sicherheit

Die fast 600 Wohnungen im „Marco-Polo-Tower“ wurden im Jahr 1971 fertiggestellt. Damals gab es noch keine gesetzlichen Vorschriften, nach denen in Hochhäuser zwangsweise ein Sprinkler-System eingebaut werden musste. Nach den Angaben der Experten der lokalen Feuerwehr hätten im aktuellen Fall der Brand durch ein solches System binnen weniger Minuten gelöscht und eine Ausbreitung auf drei weitere Etagen verhindert werden können. Es ist nicht der erste Brand in dem Hochhaus. Bereits im Jahr 2013 verursachte ein Feuer einen Schaden in Höhe von mehr als einer Million Dollar. Damals war eine defekte Mikrowelle die Brandursache. Der Brand im „Marco-Polo-Tower“ zeigt einmal mehr, dass die Brandschutzvorschriften für Hochhäuser weltweit dringend verschärft werden müssen.

Quelle: staradviser.com