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Energiewende ja – Windenergieausbau nein

Die Energiewende muss vollzogen werden, wenn die Klimaziele der Bundesregierung umgesetzt werden sollen. Doch scheinbar ist die Union dagegen, dies mit Hilfe der Windkraft zu machen. Denn derzeit will man den weiteren Ausbau der Windenergie bremsen. In einem Brief von Fraktionschef Volker Kauder an SPD-Kollegen Thomas Oppermann heißt es, der Ausbau der Windkraft in Deutschland gehe derzeit zu schnell vonstatten. Dies werde langfristig zur massiven Erhöhung der Ökostrom-Förderung führen.

Deshalb verlangt Kauder, das Gesamtvolumen der Windenergie auf maximal 51 Gigawatt an Land zu begrenzen. Daher sollten maximal 2,5 Gigawatt Windkraftleistung pro Jahr zugebaut werden. Auch widerspricht er einer geplanten höheren Förderung von windschwachen Standorten in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Kauder erklärt weiter: Werden ab dem kommenden Jahr Förderungen auf Ausschreibungen umgestellt, müssten auch alle Projekte ab einer Größenordnung von 30 Kilowatt mit einbezogen werden.

Gabriel sieht keine Obergrenze für Windenergie vor

Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel hat in seinen ersten Entwürfen allerdings keine feste Obergrenze für die Windenergie im Jahr 2020 vorgesehen. Er fordert im Gegenteil, windschwache Standorte in Binnenländern stärker zu fördern. So solle auch den Ländern, die bisher nur wenig Windenergie nutzen, die Chance gegeben werden, hier aufzuholen.

Ebenfalls fordert Gabriel das ab 2017 geplante Ausschreibungssystem auf Windkraftanlagen zu begrenzen, die mindestens ein Megawatt Leistung mit sich bringen. Nur damit sei es möglich, kleinere Windenergieanlagen unbürokratisch realisieren zu können. Ziel des neuen Ausschreibungssystems ist es, den Ausbau der Windenergie besser zu steuern. Den Zuschlag für den Bau der Windkraftanlagen erhält dann derjenige Bewerber, der die geringsten Subventionen fordert.

Windenergie hat deutlich zugelegt

Der Ausbau der Windkraftanlagen hat in den letzten Jahren immer stärker zugenommen. Alleine 2015 wurden netto 3,5 Gigawatt neuer Leistung installiert. Dabei sind die Abrisse alter Windkrafträder bereits mit eingerechnet. An Land können gut 42 Gigawatt Strom durch Windräder produziert werden. Auch in diesem Jahr könnten noch einmal drei Gigawatt hinzukommen, obwohl die Regierung eine Zielgröße von 2,5 Gigawatt vorgegeben hatte. Und die galt nicht nur für die Windenergie, sondern auch für die Solarenergie.

Die geforderten Grenzwerte hat die Windkraft deutlich überschritten, die Sonnenenergie wird allerdings weniger genutzt. Daher erklären Experten der Branche auch, dass der stärkere Zuwachs bei der Windenergie nötig sei, wenn das Ziel, bis 2025 40 bis 45 Prozent Ökostrom-Anteil zu erreichen, realisiert werden soll.

Quelle: n-tv