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Energiesicherheit: Wieviel Strom kommt in Deutschland aus Edgas?

Taschenrechner mit Liste

Mit den Diskussionen um die Art der Bezahlung der Erdgaslieferungen aus Russland rückt das Thema Energiesicherheit in den Mittelpunkt. Wir haben Zahlen für Sie.

Die Aktivierung der Frühwarnstufe aus dem Notfallplan Gas hat für Verunsicherung gesorgt. Die Menschen machen sich Gedanken sowohl um die Heizung als auch die Stromversorgung, weil auch viele Stromkraftwerke auf kontinuierliche Gaslieferungen angewiesen sind. Deshalb widmen wir uns heute dem Thema Energiesicherheit in Deutschland und liefern Ihnen Zahlen rund um die Quellen der Elektroenergie. Sie belegen, dass Ängste bezüglich der Stromversorgung auch bei einem Ausfall der Gaslieferungen aus Russland unbegründet sind.

Energiesicherheit ist durch geringen Anteil der Stromerzeugung aus Erdgas garantiert

Im gesamten Jahr 2021 wurden nach den offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts deutschlandweit rund 517,7 Milliarden Kilowattstunden Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Davon entfielen 65,2 Milliarden Kilowattstunden auf Elektroenergie aus Erdgaskraftwerken. Das sind 12,6 Prozent an der Gesamtmenge Strom. Im Jahr 2020 lag die Gesamtmenge Elektroenergie bei 504,5 Milliarden Kilowattstunden, wovon 69,1 Milliarden Kilowattstunden auf Strom aus Erdgaskraftwerken stammten. Das machte einen Anteil von 13,7 Prozent aus. Zusätzlich ist ein Blick auf die Import- und Exportbilanz bei Elektroenergie interessant. 2021 importierte Deutschland 51,7 Milliarden Kilowattstunden Strom und exportierte 70,3 Milliarden Kilowattstunden. Die Vernetzung des Stromnetzes mit den europäischen Nachbarländern (insbesondere Frankreich, die Niederlande sowie Österreich und Tschechien) erlaubt also einen vollständigen Ausgleich. Hierbei ist zu beachten, dass sowohl Frankreich als auch die Niederlande über LNG-Terminals zur Anlandung von Flüssiggas besitzen.

Bürger/-innen können mit Einsparungen zur Energiesicherheit beitragen

Theoretisch wären zusätzliche Stromimporte durch den geringen Anteil der Erdgaskraftwerke nicht notwendig, wenn alle Haushalte und Unternehmen das komplette Sparpotential ausnutzen würden. Genau deshalb hat der Bundeswirtschaftsminister im Zusammenhang mit der Aktivierung der Frühwarnstufe auch nachdrücklich zum Energiesparen aufgefordert. Das Umweltbundesamt verweist in den Stromspartipps vor allem auf die auf den ersten Blick nicht erkennbaren „Stromdiebe“. In jedem Haushalt finden sich davon mehrere Exemplare, die nur in einen Ruhe- oder Standby-Modus gehen. Selbst wenn bei sämtlichen Geräten dadurch nur insgesamt 20 Watt zusammenkommen, bedeutet das einen vermeidbaren Jahresverbrauch von rund 175 Kilowattstunden. Hochgerechnet auf alle rund 41 Millionen Haushalte in Deutschland ergibt das einen Gesamtverbrauch von knapp 7,2 Milliarden Kilowattstunden.

Kompensieren Sie Preiserhöhungen durch Einsparungen!

Auch eine weitere Zahl ist imposant. Nehmen wir einmal an, jeder zweite Haushalt hätte noch 4 herkömmliche Glühbirnen mit 60 Watt, die pro Tag im Schnitt 5 Stunden verwendet werden. Durch die Umstellung auf LED-Leuchtmittel mit einem Durchschnittsverbrauch von 10 Watt entsteht bundesweit ein Einsparpotential von insgesamt knapp 15 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Allein mit diesen beiden Beispielen könnte bereits ein Drittel der Jahresleistung der Erdgaskraftwerke in Deutschland eingespart werden. Angenehmer Nebeneffekt: Die Leistungseinsparungen kompensieren einen Großteil der Zusatzkosten, die aktuell durch die drastischen Strompreiserhöhungen anfallen.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Umweltbundesamt