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Die Kehrseite der Corona-Lockdowns: Unfallzahlen rückläufig

Close up smached cars on a road.

Bei allen damit verbundenen Problemen hatten die Corona-Lockdowns durchaus auch positive Folgen beispielsweise in Form rückläufiger Unfallzahlen.

Wie groß die Auswirkungen der Corona-Lockdowns auf die Unfallzahlen waren, belegen offizielle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Danach lag die Zahl der von Verkehrsunfällen betroffenen Menschen im Jahr 2020 insgesamt um 15 Prozent niedriger als im Jahr 2019. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen in Mitleidenschaft gezogen Kinder unter 15 Jahren reduzierte sich zeitgleich um 20 Prozent. 2020 wurden 48 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr getötet. Im Jahr 2019 wurden 55 Kinder unter den Verkehrstoten gezählt.

Deutliche regionale Unterschiede bei der Zahl der verunfallten Kinder

Am besten schneidet in der Unfallstatistik des Jahres 2020 Hessen ab. Dort wurden 151 von 100.000 Kinder im Alter unter 15 Jahren in Verkehrsunfälle verwickelt. Baden-Württemberg landet mit 167 Kindern auf dem zweiten Rang. Rheinland-Pfalz sichert sich mit 169 Unfallbeteiligten unter jeweils 100.000 Kindern den dritten Platz. Die meisten Unfälle mit Kindern wurden mit 288 Meldungen in Schleswig-Holstein gezählt. Auch in Brandenburg ist die Zahl der verunfallten Kinder mit 265 Fällen auf je 100. Kinder unter 15 Jahren überdurchschnittlich hoch. Das gilt genauso für Sachsen-Anhalt, wo im vergangenen Jahr 252 von 100.000 Kindern zu den Beteiligten an Unfällen im Straßenverkehr gehörten. Insgesamt schneidet die Südhälfte Deutschlands besser ab als die nördlichen Bundesländer. Eine Ausnahme ist das Saarland. Dort verunglückten bei Verkehrsunfällen 232 von je 100.000 Kindern unter 15 Jahren.

Woraus leitet das Statistische Bundesamt diese Entwicklung ab?

Als Grund benennt Stefanie Rink (beim Statistischen Bundesamt für die Verkehrsunfallstatistiken zuständig) vor allem die während der Corona-Lockdowns erfolgten Schulschließungen und Schließung von Freizeiteinrichtungen. Sie begründet das mit den Uhrzeiten, zu denen die Kinder von 6 bis 14 Jahren üblicherweise auf dem Weg zur Schule oder von der Schule nach Hause sind. In diesen Zeiten sind die Zahlen der Verkehrsunfälle mit Kindern als Unfallbeteiligte im Vergleich zum Rest des Tages überdurchschnittlich hoch. Rund 32 Prozent aller verunfallten Kinder zwischen 6 und 9 Jahren waren mit dem Fahrrad unterwegs. Weitere 27 Prozent der in Verkehrsunfälle verwickelten Kinder dieser Altersgruppe gehörten zu den Fußgängerinnen und Fußgängern. Unter den 10- bis 14-jährigen Kindern machen Verkehrsunfälle bei Fahrten mit dem Fahrrad mit 57 Prozent den größten Anteil aus.

Auch Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen gingen 2020 weiter zurück

Im Jahr 2020 setzte sich bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen ein Trend fort, der im Jahr 2018 begann. 2017 wurden noch 2.714 Unfälle mit solchen Stoffen gezählt. 2018 reduzierte sich die Zahl auf 2.448 Unfälle. 2019 sank die Zahl der Meldungen auf 2.351 und im Jahr 2020 auf 2.023 Fälle. Der mit Abstand größte Anteil dieser Unfälle ereignet sich beim Transport der wassergefährdenden Stoffe. Ebenso interessant ist die Reduzierung der Mengen, die bei den Unfällen beim Umgang und Transport in die Umwelt gelangen. Im Schnitt wurden im letzten Jahrzehnt pro Jahr rund 11.800 Kubikmeter Schadstoffe bei Unfällen freigesetzt. 2019 bildet dabei mit 31.200 Kubikmetern eine negative Ausnahme. Erhebliche Anteile der wassergefährdenden Stoffe können zurückgewonnen werden. Das waren 2019 rund 91 Prozent. Im Jahr 2020 lag dieser Anteil jedoch nur bei knapp 62 Prozent. Negativer Spitzenreiter der letzten Dekade war das Jahr 2015. Damals konnten nur rund nur knapp 40 Prozent der bei Unfällen in die Umwelt gelangten wassergefährdenden Stoffe wieder zurückgewonnen werden.

Quelle: Statistisches Bundesamt