Deutsche Drehbuchautoren bekommen künftig mehr Geld

Nach einer Einigung zwischen den Vertragsparteien dürfen sich viele deutsche Drehbuchautoren auf höhere Vergütungen freuen. Einige der Regelungen gelten sogar rückwirkend.

In anderen Ländern ist es üblich, dass auch freischaffenden Autoren für höhere Drehbuchentgelte streiken. In Deutschland lief die Einigung weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ab. Allerdings brauchten die Beteiligten stolze 1,5 Jahre, um zu einem für alle Seiten akzeptablen Ergebnis zu kommen.

Was ändert sich bei den Drehbuchvergütungen?

Die neuen Regelungen gelten für alle Drehbuchaufträge, die von der ARD und der Degeto Film GmbH erteilt werden. Wer Drehbücher für Privatsender liefert, kann sich also nicht auf die höheren Honorare berufen. Gerade dort wären aber ähnliche Regelungen wünschenswert. Einzelne Privatsender kaufen Konzepte für Serien und Shows über Gewinnspiele für Autoren ein. Dort loben sie Preise für die Sieger aus, die lediglich einen minimalen Bruchteil der normal fälligen Honorare ausmachen. Dieser Praxis sollte vom Gesetzgeber ein Riegel vorgeschoben werden.

Mit den Neuregelungen für Drehbuchvergütungen wird die bisherige Praxis der einmaligen Vergütungen und der Wiederholungsvergütung abgeschafft. Sie ist auch nicht mehr zeitgemäß, denn dabei bleiben beispielsweise die Gewinne unberücksichtigt, welche die Sender über die Lizenzierung ihrer Filme und Serien an Streaming-Portale erzielen. Sie fließen künftig in die Vergütungsansprüche der Drehbuchautoren ein. Außerdem enthält die Vereinbarung Regelungen zu einer Basisvergütung. Dabei handelt es sich um ein Mindesthonorar, welches erheblich über dem bisherigen Vergütungsdurchschnitt bei einmaligen Zahlungen liegt. In einigen Fällen können die Drehbuchautoren sogar einen Nachvergütungsanspruch geltend machen. Dazu sollten sich die Autoren genauer informieren, deren Drehbücher für ab Januar 2008 erstmals ausgestrahlte Filme verwendet wurden.

Wissenswertes rund um die Degeto Film

Dass die Degeto Film in die Verhandlungen mit einbezogen wurde, hat für die Drehbuchautoren einen entscheidenden Vorteil. Die 1928 gegründete Degeto Film agiert seit 1959 unter dem Dach der ARD. Zu den Gesellschaftern der Degeto Film gehören dadurch auch alle deutschen Landesrundfunkanstalten sowie die von ihnen für die Werbung gegründeten Tochtergesellschaften. Die GmbH ist für den Einkauf der Drehbücher und Lizenzen für alle Gesellschafter zuständig. Auf der Liste der Degeto-Beteilungen stehen beispielsweise die Serien „Buddenbrooks“, „In aller Freundschaft“, „Klinik unter Palmen“, „Unter weißen Segeln“ sowie einige Folgen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“.

Quelle: ARD, Degeto