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Coronavirus: China ignoriert Richtlinien der WHO

Ampullen mit Blutproben

Schon zum Ende der ersten Februarwoche 2020 gab es Hinweise darauf, dass die Situation beim Coronavirus in China anders ist, als die dortigen Behörden es offiziell zugeben. Das hat sich inzwischen bestätigt.

Mittlerweile ist bekannt, dass beim Coronavirus in China nur noch ein Teil der tatsächlich infizierten Menschen erfasst und gemeldet wird. Die chinesische Gesundheitskommission hatte zum Ende der Woche angewiesen, dass in den Statistiken nur noch Betroffene auftauchen sollen, bei denen sich auch Symptome der Erkrankung zeigen. Das verstößt ganz eindeutig gegen die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu herausgegebenen Richtlinien.

Wie sieht der aktuelle Situationsreport der WHO zum Coronavirus aus?

Die WHO gibt im Bericht vom 10. Februar 2020 allein in China 40.235 Infizierte an. Davon entfallen allein 29.631 bestätigte Fälle auf die Stadt Hubei. Auch in den Städten Guangdong, Zhejiang und Hunan gibt es mittlerweile mehr als 1.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Auch die Zahlen aus anderen Städten machen keine Hoffnung auf ein schnelles Ende der Epidemie. Beispiele sind Hunan (879 Fälle), Anhui (830 Fälle) und Jiangxi (771 Fälle). Die internationale Rangliste führt Japan mit 70 bestätigten Fällen von Coronavirus an. Danach folgen Singapur mit 43 Fällen und Thailand mit 32 Fällen. Außerhalb von China war die Zahl der Neuinfektionen zu Wochenbeginn mit 12 niedrig. In China bleibt die Lage angespannt, denn von dort wurden am Montag 3.073 neue Fälle gemeldet. Allerdings gehen die WHO und die Epidemiologen durch die veränderten Regelungen der Erfassung von einer hohen Dunkelziffer aus.

Passagiere sitzen wegen Coronavirus auf einem weiteren Kreuzfahrtschiff fest

Betroffen ist das Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ der Holland America Line. Der thailändische Gesundheitsminister hat verboten, dass das Kreuzfahrtschiff im Hafen von Laem Chabang festmachen darf. Dieser Hafen war als neuer Anlaufpunkt ausgewählt worden, nachdem ein Plan zur Weiterfahrt nach Yokohama gescheitert war. In Laem Chabang sollten alle Passagiere von Bord gehen und für die Heimreise nach Bangkok gebracht werden. Nun liegt das Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ vor dem Hafen von Laem Chabang auf Reede. Die thailändischen Behörden haben lediglich angeboten, die Crew und die Passagiere mit den notwendigsten Dingen zu versorgen. An Bord des Kreuzfahrtschiffs gibt es keine Passagiere oder Crewmitglieder mit Hinweisen auf Infektionen mit dem Coronavirus. Das hatte die Reederei bereits am 7. Februar 2020 im hauseigenen Blog betont. Dort kündigt die Holland America Line inzwischen aufgrund der Unannehmlichkeiten eine vollständige Erstattung des Reisepreises an. Allerdings ist derzeit (Stand 11. Februar 2020, 12:30 Uhr) noch unklar, wie es mit dem Kreuzfahrtschiff und den Passagieren weitergehen soll.

Quelle: WHO, Holland America Line