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Burkhard Jung darf Leipzig weitere sieben Jahre regieren

Gewandhaus Leipzig

Nach den vorläufigen Endergebnissen des zweiten Wahlgangs bleibt Burkhard Jung für weitere sieben Jahre der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.

Der alte und neue Oberbürgermeister von Leipzig holte im zweiten Wahlgang 49,1 Prozent aller gültig abgegebenen Stimmen. Damit platzierte sich Burkhard Jung nur knapp vor dem CDU-Gegenkandidaten Sebastian Gemkow, der 47,6 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte.

Wie war der erste Durchgang der Bürgermeisterwahl in Leipzig ausgefallen?

Aus dem ersten Wahlgang war der Jurist Sebastian Gemkow (CDU) mit 31,6 Prozent der Stimmen aus dem Rennen um den Posten des Leipziger Oberbürgermeisters gegangen. Der SPD-Kandidat Burkhard Jung schaffte 29,8 Prozent. Stimmenanteile im zweistelligen Bereich hatten außerdem mit 13,5 Prozent Franziska Riekewald (Linke) und Katharina Kraft (Grüne) mit 12 Prozent für sich verbuchen können. Christoph Neumann von der AfD holte im ersten Wahlgang 8,7 Prozent. Damit war es keinem der Kandidatinnen und Kandidaten gelungen, die notwendige Mehrheit auf sich zu vereinen. Interessant ist ein Blick auf die Wahlbeteiligung. Im ersten Wahlgang machten lediglich 230.201 Leipziger von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 49,1 Prozent. Beim zweiten Wahlgang am ersten Märzsonntag war die Wahlbeteiligung mit 48,2 Prozent sogar noch niedriger.

Was hat Burkhard Jung für die Stadt Leipzig bereits erreicht?

Der ehemalige Direktor des Evangelischen Schulzentrums konnte den Trend fortsetzen, den sein Vorgänger auf dem Stuhl des Oberbürgermeisters (Wolfgang Tiefensee) bereits zur Jahrtausendwende initiiert hatte. Nach einem massiven Rückgang der Bevölkerungszahlen wurde ein Anstieg der Bevölkerungszahl verzeichnet. Die sächsische Metropole konnte die Halb-Millionen-Schwelle wieder überschreiten. Dabei spielten zu Beginn umfangreiche Eingemeindungen der Umlandkommunen eine entscheidende Rolle. In der Politik von Burkhard Jung gab es eine Besonderheit. Er überließ die Betreuung einiger wichtiger Kulturstätten der Metropole nicht seinem Kulturdezernenten, sondern kümmerte sich persönlich darum. Beispiele dafür sind das Gewandhaus Leipzig, die Leipziger Oper und das Theater der Jungen Welt.

Schulpolitik von Burkhard Jung sorgte zeitweise für Diskussionen

In seiner Zeit als Beigeordneter für Jugend, Schule und Sport war die Tätigkeit von Burkhard Jung nicht ganz unumstritten. Ein Beispiel ist seine Haltung bei den umfangreichen Schulschließungen zur Zeit der Jahrtausendwende. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Stadt zwei behindertengerecht ausgebaute Gymnasien. Jung plädierte dafür, das staatliche Uhland-Gymnasium zu Gunsten des Evangelischen Schulzentrums zu schließen, in dem er einst als Direktor tätig gewesen war. Das gerade erst für einen zweistelligen Millionenbetrag sanierte und umgebaute Gebäude des Uhland-Gymnasiums sollte verkauft werden. Allerdings stieß er mit seinen Plänen auf massiven Widerstand. Der Widerstand führte letztlich dazu, dass das Uhlandgymnasium als Außenstelle des Robert-Schumann-Gymnasiums erhalten wurde. Im Herbst 2020 startet jedoch das letzte Schuljahr im Gebäude in der Uhlandstraße 28.

Auch an anderer Stelle geriet Burkhard Jung bei den Schulschließungen heftig in die Kritik. So sollte beispielsweise zeitgleich die Pestalozzi-Schule im Stadtteil Böhlitz-Ehrenberg zu Gunsten des Erhalts von Schulen im Leipziger Stadtzentrum geschlossen werden. Prekär waren die Schließungspläne deshalb, weil zu diesem Zeitpunkt bereits eine stark wachsende Schülerzahl durch umfangreiche Neubautätigkeit absehbar war. Zeitweise musste ein Behelfsbau aus gebrauchten Bürocontainern die Kapazitäten der dazugehörigen Grundschule erweitern. Die Pläne zur Schließung scheiterten letztlich an den fehlenden Transportkapazitäten der LVB.

Quelle: Stadtverwaltung Leipzig, LVZ, Leipziger Rundschau