Brand im Grenfell Tower London hat Auswirkungen auf Deutschland

Wie Radio Wuppertal unter Berufung auf ein offizielles Statement der Stadtverwaltung mitteilte, hat der Brand im Grenfell Tower in London dazu geführt, dass am 27. Juni 2017 ein Hochhaus in Wuppertal vorsorglich geräumt wurde. Das Hochhaus befindet sich an der Hilgershöhe im Ortsteil Langerfeld. Es beherbergt 72 Menschen, die sich auf elf Etagen verteilen. Mit einer Höhe von 30 Metern wird die Höhe überschritten, die im Fall eines Brandes für die mobilen Drehleitern erreichbar ist.

Wuppertaler Hochhaus hat Ähnlichkeiten mit dem Grenfell Tower

Zu der Maßnahme hat sich die Stadtverwaltung Wuppertal entschlossen, nachdem festgestellt wurde, dass an dem Hochhaus an der Hilgershöhe die gleichen Fassadendämmstoffe verwendet wurden, die beim Grenfell Tower für die rasend schnelle Ausbreitung des Feuers gesorgt hatten. Die Bewohner dürfen lediglich einen Koffer packen und werden vorrübergehend auf Kosten der Stadtverwaltung in möblierten Wohnungen untergebracht. Für wie lange sie dort bleiben müssen und welche Maßnahmen am Gebäude in Langerfeld durchgeführt werden, steht aktuell (Stand 27. Juni 2017, 17.30 Uhr) noch nicht fest.

Konsequenzen für den Brand sind dringend nötig

Bei dem Feuersturm im Grenfell Tower am 14. Juni 2017 haben nach den offiziellen Angaben der Behörden in London 79 Menschen ihr Leben verloren. Das besonders Traurige an dieser Bilanz ist, dass die Mängel beim Brandschutz schon lange Zeit vor dem Feuer bekannt waren. Es ist nicht der erste Brand in einem Hochhaus, der auf den gleichen Mängeln beruht. Die beim Grenfell Tower und dem Hochhaus in Wuppertal verwendete Aluminium-Sandwich-Fassade verfügt über leicht brennbare Dämmstoffe.

Sie waren in der Silvesternacht 2015/2016 auch dafür verantwortlich, dass sich im „The Adress Downtown Dubai“-Hochhaus ein Feuer über insgesamt 20 Etagen ausbreiten konnte. Hier ist es der schnellen Evakuierung zu verdanken, dass es keine Todesopfer gab. Nur einen Monat später brannte es ebenfalls in Dubai in der „Marina Torch“. Auch hier sorgten die leicht entzündlichen Dämmstoffe dafür, dass der im der 52. Etage entstandene Brand insgesamt 19 Stockwerke verwüsten konnte. Bereits 2014 wurde das hohe Brandrisiko der Aluminium-Sandwich-Fassaden dem Lacrosse Tower im australischen Melbourne zum Verhängnis. Hier breitete sich der durch eine brennende Zigarette ausgelöste Brand binnen 15 Minuten auf 13 Etagen aus.

Quelle: Radio Wuppertal, news.com.au, thenational.ae