Bei Ryanair drohen Streiks in der Urlaubszeit

Der Billigflieger Ryanair könnte für Fluggäste in den Ferien zu einem Problem werden. Piloten und Bordcrews haben jetzt Streiks angekündigt, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

Die irischen Piloten haben bereits am Dienstag angekündigt, am zu wollen. Auch Flugbegleiter haben sich für die Streiks entschieden, die sie bereits Ende Mai angekündigt hatten. Streiken wollen Flugbegleiter aus Spanien, Italien, Belgien und Portugal. Heute sollen die konkreten Daten für die Streiks bekannt gegeben werden, wie ein Mitarbeiter der spanischen Gewerkschaft SITCPLA mitteilte.

99 Prozent stimmten für Pilotenstreiks bei Ryanair

Bei Ryanair haben sich 99 Prozent der Piloten in einer Urabstimmung für den Streik entschieden. Dieser soll 24 Stunden dauern, wie die Pilotengewerkschaft IALPA mitteilte. Sie gehört zur Gewerkschaft Forsa. Insbesondere die Sommerurlauber wären von dem Streik betroffen, denn Ryanair fliegt auch mehrere deutsche Flughäfen von Irland aus an.

Ryanair selbst reagierte mit Unverständnis auf die Streikankündigungen und twitterte sogar, die Urabstimmung habe nur einige Hundert irische Piloten betroffen, nicht jedoch alle 4.000, die Ryanair beschäftige. Am kommenden Dienstag will man alle Passagiere informieren, ob sie von diesem „unnötigen Streik“ betroffen sind, versprach Ryanair weiter. Die Kunden reagierten dagegen empört. Das Zeitfenster zwischen Information und Streik sei zu knapp kalkuliert. Zuletzt hieß es von Ryanair auf Twitter, man habe Forsa bereits ein Angebot unterbreitet. Daher fordert die Fluggesellschaft, den geplanten Streik abzusagen.

Ryanair könnte auch in Deutschland von Streiks betroffen sein

Auch in Deutschland sollen die Ryanair-Piloten, die an zehn deutschen Basen stationiert sind, abstimmen, ob sie im Notfall in einen unbefristeten Ausstand treten würden, um ihre Forderungen nach höherer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Allerdings rechnet die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nicht vor Ende des Monats mit einer Entscheidung.

Ryanair gilt bei den innereuropäischen Flügen als größter Anbieter. Die Airline betreibt 430 Flugzeuge und befördert jährlich 130 Millionen Passagiere mit 4.000 Piloten. In Deutschland sind wichtige Ryanair-Basen Berlin-Schönefeld, Weeze, Frankfurt/Main und der Hunsrück-Flughafen Hahn.

Bereits im letzten Jahr hatte der Billigflieger aufgrund eines Pilotenmangels massive Probleme. Insgesamt 20.000 Verbindungen musste Ryanair damals streichen. Michael O’Leary kündigte daraufhin an, dass man seine antigewerkschaftliche Linie aufgeben wolle. Der Ryanair-Chef erklärte, man wolle für das gesamte fliegende Personal Verhandlungen aufnehmen.

Quelle: dpa