Bauen mit Kindern – wie gestalte ich das Haus kindersicher?

Gerade Eltern entscheiden sich für den Hausbau, um dem eigenen Nachwuchs ein stabiles Elternhaus zu bieten. Doch insbesondere auf der Baustelle lauern zahlreiche Gefahren. Kleine Kinder gehören während der Bauphase, auch bei Eigenleistungen, zwingend in die Obhut von Verwandten. Zu viele Gefahrenstellen, angefangen von fehlenden Treppen und Handläufen, offenen Schächten und losen Kabeln, die noch nicht montiert sind, lauern auf der Baustelle.

Absicherung der Kinder beim Hausbau

Sind die Kinder bereits im Teenageralter und können Gefahren besser einschätzen, lassen sie es sich oft nicht nehmen, auf der Baustelle mitzuhelfen. Das ist grundsätzlich möglich, allerdings sollten Bauherren dabei den Versicherungsschutz nicht außer Acht lassen. Die Bauhelferversicherung ist hier unverzichtbar, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Wie mache ich Treppen kindersicher?

Doch auch wenn das Haus bereits fertig gebaut ist, lauern in ihm noch jede Menge Gefahren für den Nachwuchs. Deshalb tun Eltern gut daran, sich von Anfang an Gedanken über die kindersichere Gestaltung des Eigenheims zu machen. Zu den wichtigsten Grundregeln gehört der sichere Verschluss aller Steckdosen. Bei den Treppen sollten immer Geländer angebracht sein, für Kinder ist eine Geländerhöhe von 65 Zentimetern ideal. Noch besser ist es, wenn das Treppengeländer beidseitig angebracht wird. Die einzelnen Geländerstreben sollten maximale Abstände zueinander von zwölf Zentimetern aufweisen. So lässt sich verhindern, dass der Nachwuchs mit dem Kopf im Geländer steckenbleibt. In einzelnen Ländern können auch andere Werte gelten, hier sind die Landesbauordnungen zu beachten.

Treppen, die nach unten offen sind und keine Setzstufen haben, eignen sich grundsätzlich nicht für Kleinkinder. Die Kellertreppe sollte baulich nach Möglichkeit vom Treppenhaus abgetrennt werden. Mit einer zusätzlichen Tür wird die Sicherheit weiter erhöht. Diese Tür zum Keller sorgt gleichzeitig für Einsparungen bei den Heizkosten. An allen anderen Haustreppen sollten bei kleinen Kindern Absperrgitter angebracht werden, sowohl oben, als auch unten. Ihre Höhe sollte wenigstens 65 Zentimeter betragen. Außerdem sollten in den oberen Etagen Fenster und Türen entsprechend gesichert werden, etwa durch abschließbare Fenstergriffe. Diese sind auch hinsichtlich des Einbruchschutzes empfehlenswert.

Weitere Maßnahmen, wie das Haus kindersicher wird

In den Kinderzimmern sollten Eltern auf elastische Böden, wie Teppiche, Nadelfilz, Kork, Linoleum, Kautschuk oder Kokosfasern setzen, um etwaige Stürze abzufedern. Im Badezimmer müssen ebenfalls rutschfeste Böden verlegt werden. Gleiches gilt für den Wannenboden, sofern dieser nicht mit einer Anti-Rutsch-Matte versehen werden soll.

Im Badezimmer kann der Waschtisch für den Nachwuchs gleich höhenverstellbar eingeplant werden. Alternativ dazu sollte ein trittsicherer Hocker aufgestellt werden. An allen Armaturen ist es ratsam, einen Verbrühschutz zu integrieren.

Sind im Haus Glastüren verbaut, bei denen noch kein Verbundsicherheitsglas zum Einsatz kam, sollten diese mit einer durchsichtigen Klebefolie beidseitig überzogen werden. Das verhindert ein zu starkes Splittern, sollte das Glas zerbrochen werden.

Generell gilt natürlich, dass die Hausapotheke, aggressive Reiniger, Messer, Scheren und Co. für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Kamine und Öfen lassen sich nicht 100-prozentig kindersicher gestalten. Deshalb sollte der Nachwuchs hier nie unbeaufsichtigt Zutritt erhalten.

Quelle: Verband privater Bauherren