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Aus aktuellen Anlass: Wissenswertes zum Hauptbahnhof Leipzig

Der Hauptbahnhof Leipzig wurde am 4. Dezember 1915 in Betrieb genommen, was sagt, dass er nächstes Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiern darf. Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich das „Innenleben“ des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes komplett verändert. Aus dem einst rein funktionellen Hauptbahnhof Leipzig ist eine Kombination aus Bahnhof sowie Event- und Einkaufszentrum geworden. Der einst reine Kopfbahnhof bekam durch die Anbindung an den City-Tunnel nun zusätzlich die Funktion eines Durchgangsbahnhofs.

Der Hauptbahnhof Leipzig und seine interessante Geschichte

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Messestadt Leipzig fahrplanmäßig von mehreren Eisenbahngesellschaften bedient. Dazu gehörten die Thüringische Eisenbahn, die Magdeburg-Leipziger-Eisenbahngesellschaft sowie die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn. Schon zu damaliger Zeit entstanden allein im Norden des Stadtzentrums gleich fünf gut frequentierte Bahnhöfe. Schon im Jahr 1872 konnte Leipzig pro Jahr die stolze Zahl von rund 6,3 Millionen Fahrgästen vorweisen. Die ersten Konzepte für einen zentralen Hauptbahnhof Leipzig wurden in den 1880er Jahren erarbeitet. Die Entscheidung für den Bau des Kopfbahnhofs traf die Stadtverwaltung im Jahr 1898. Dafür mussten der Magdeburger Bahnhof, der Thüringer Bahnhof und der Dresdner Bahnhof weichen.

Wer entwarf das Design für den Hauptbahnhof Leipzig?

Die Baupläne für das Empfangsgebäude entstanden im Rahmen eines Architekturwettbewerbs im Jahr 1906. Gewinner waren die beiden Dresdner Max Hans Kühne und William Lossow mit ihrem Entwurf „Licht und Luft“. Einzig die beiden von den Architekten eingeplanten Türmchen auf den Eingangshallen am Hauptbahnhof Leipzig wurden aus Kostengründen eingespart. Für die Gestaltung der Bahnsteighalle zeichneten die zwei in Hannover beheimateten Unternehmer Karig und Eilers verantwortlich.

Bauliche Besonderheiten beim Hauptbahnhof Leipzig

Eine der Herausforderungen am Hauptbahnhof Leipzig bestand darin, dass sich die gesamte Stadt auf einstigem Moorgrund befindet. Er wäre ohne zusätzliche Befestigungen dem enormen Gewicht des Bahnhofsgebäudes nicht gewachsen gewesen. Deshalb steht die gesamte Anlage auf 3.125 Pfählen aus Stahlbeton, die sieben Meter tief in den Boden reichen. Insgesamt wurden 7.000 Tonnen Eisen am Hauptbahnhof Leipzig verarbeitet. Zum Einsatz kamen darüber hinaus 34.000 Tonnen Zement und 625 Tonnen Glas. Die benötigte Menge an Kies war so enorm, dass an der Förderstelle später der Auensee entstanden ist. Allein für den Bau des Bahnhofsgebäudes wurden 60,75 Millionen Mark aufgewendet. Mehr als 75 Millionen Mark betrugen die Investitionen in den Bau der Gleisanlagen.