Amazon Fire TV zeigt bald YouTube nicht mehr an

Wer den Fire TV Stick von Amazon nutzt, sollte sich jetzt schon darauf einstellen, dass ab Jahresbeginn 2018 damit kein Zugriff mehr auf die Inhalte der Plattform YouTube möglich ist. Das gehört zu den Resultaten eines Streits, den sich der Betreiber der größten Suchmaschine mit dem bedeutendsten Online-Händler liefert. Die Sperre der Anzeige der YouTube-Inhalte geht nicht von Amazon aus, sondern der Zugriff wird von Google als Betreiber von YouTube gesperrt. Allerdings wäre es falsch, allein Google dafür die Schuld zu geben, denn die Gründe sind komplex.

Was ging der von Google gesetzten Sperre voraus?

Es ist nicht die erste Sperre dieser Art, aber erstmals werden auch Nutzer außerhalb der USA davon betroffen sein. Amerikanische Amazon-Kunden haben bereits im Herbst 2017 eine Sperre bei Amazon Echo hinnehmen müssen. Die Sperre im Herbst 2017 war das Ergebnis einer von Amazon ergänzend gesetzten Verkaufsblockade für Produkte der Firma Nest, bei der es sich um ein Tochterunternehmen des Google-Mutterkonzerns Alphabet handelt. Der Streit hat eine lange Vorgeschichte. Google bemängelt, dass Amazon für die eigene Technik das von Google entwickelte Betriebssystem Android nutzt. Anderseits weigert sich der Online-Händler und Anbieter eines eigenen Streamingdienstes, beispielsweise Angebote von Chromecast zuzulassen. Außerdem wird das Angebot von Google Home sowie des Play Stores von Google auf der Verkaufsplattform blockiert. Hinzu kommt, dass es bei E-Books auf der Kindle-Plattform Einschränkungen für Aktionsangebote gibt, wenn sie parallel bei Google Books gelistet sind.

YouTube-Sperre könnte für Amazon erhebliche Konsequenzen haben

Viele Kunden haben sich für den Fire TV Stick von Amazon entschieden, weil sie darüber auch Zugriff auf Inhalte von YouTube haben. Deshalb rollt bereits eine Protestwellte durchs Netz. Einige Besitzer des Sticks haben inzwischen schon angekündigt, sich davon trennen zu wollen, falls die Sperre längerfristig bestehen bleibt. Das könnte für Amazon einen massiven Einbruch der Verkaufszahlen für Echo und den TV-Stick bedeuten. Ein Rückgang der Absatzzahlen war bereits bei der kurzzeitigen Sperre des Zugriffs auf YouTube in den USA im Herbst 2017 beobachtet worden. Amazon bezeichnete die Reaktion von Google auf die Produktsperren in einem offiziellen Statement gegenüber dem Magazin „Variety“ wörtlich als „enttäuschenden Präzedenzfall“.

Quelle: variety.com