ADAC machte 2016 hohe Verluste

Vom ADAC gab es zu Wochenbeginn eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht war, dass die Zahl der Mitglieder wieder stark gewachsen ist. Im Februar 2017 wurde mit 19,7 Millionen Mitgliedern ein Rekordwert erreicht. Im Jahr 2015 lag die Mitgliederzahl noch bei 19,15 Millionen. Dadurch ist das erzielte Beitragsvolumen im gesamten Jahr 2016 auf rund 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Bilanz des ADAC endet trotzdem für das Jahr 2016 mit einem Minus von 26 Millionen Euro. Das bestätigte August Markl, der derzeitige Präsident des ADAC, in einem Interview mit der „FAZ“.

Was beeinflusst die Bilanz des ADAC negativ?

Die Beitragseinnahmen reichen nicht aus, um die enormen Kosten zu decken. Dafür ist vor allem die Pannenhilfe verantwortlich. Diese Hilfeleistungen für die Mitglieder machten gemeinsam mit dem technischen Prüfdienst und der Luftrettung mehr als ein Drittel aller beim Automobilclub anfallenden Kosten aus. Die Aufwendungen in diesem Bereich steigen schon seit zehn Jahren kontinuierlich an. Im Vergleich von 2014 zu 2015 ist allein der Personalaufwand beim ADAC um fast sieben Millionen Euro gestiegen. Der Materialaufwand erhöhte sich im gleichen Zeitraum um mehr als 56 Millionen Euro.

Doch Gefahr droht dem ADAC wegen der negativen Bilanz derzeit nicht, denn der Automobilclub profitierte 2016 davon, dass im Jahr 2015 ein erheblicher Überschuss in Höhe von 86 Millionen Euro erzielt werden konnte. Damit war ein Ausgleich über die Minderung von Rücklagen möglich. Dennoch denkt die Führungsspitze über Änderungen nach. Der ADAC soll nach den aktuellen Überlegungen vom Automobilclub zum Mobilitätsdienstleister werden.

Welche Bedeutung hat der ADAC?

Der ADAC spielt sowohl beim Pannendienst als auch bei der Luftrettung eine bedeutende Rolle. Die ADAC Luftrettung gGmbH betreibt mehr als fünfzig Rettungshubschrauber, die auf rund drei Dutzend Standorte in Deutschland verteilt sind. Damit platziert sich der ADAC von der Bedeutung her noch vor der DRF Luftrettung, von welcher die Rettungshubschrauber mit dem Rufnamen „Christoph“ betrieben werden. Der Automobilclub betreibt außerdem mehrere Ambulanzflugzeuge für den Transport von Kranken und Verletzten über mittlere Distanzen.
Quelle: dpa, adac.de