Achtung: Zecken schon wieder aktiv

Trotzdem die Nächte noch kalt sind, die Autofahrer morgens ihre Wagen freikratzen müssen, die alljährliche Gefahr durch Zecken ist bereits wieder da. Christine Klaus vom Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen in Jena erklärte, dass Zecken sich auf Nahrungssuche begeben, sobald die Temperaturen auf mehr als acht Grad Celsius ansteigen. Sie können zwar bis zu zwei Jahre ohne Nahrung überleben, dennoch machen sie sich natürlich regelmäßig auf die Suche nach Nahrung.

Wo muss man sich am meisten vor Zecken fürchten?

Wie Klaus weiter erklärt, sind Zecken in der Mittagszeit besonders aktiv. Häufig trifft man sie auf sonnigen und windstillen Wiesen, im noch lichten Laubwald und an Waldrainen an. Sie lieben generell feuchtwarmes Klima. Aktuell bietet der Wald den Spinnentieren ausreichend Feuchtigkeit. Wenn es aber vermehrt regnet und windig wird, dann geht nach Expertenmeinung auch die Zeckenplage wieder zurück.

Doch nicht nur Wald und Wiesen können zur Heimat von Zecken werden, sondern ebenso der eigene Garten, selbst wenn er Hunderte Meter vom nächsten Wald entfernt liegt. Das hat eine frühere Studie der Universität Hohenheim ergeben.

Insgesamt 146 Kreise in Deutschland gelten aktuell laut Robert-Koch-Institut (RKI) als FSME-Risikogebiete. Neben Bayern und Baden-Württemberg, die fast vollständig als Risikogebiet anerkannt sind, zählen dazu auch Teile von Hessen, Thüringen, Sachsen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. In diesen Regionen werden besonders häufig FSME-Erkrankungen übertragen. Deshalb empfehlen die Experten allen Personen, die in einem dieser Risikogebiete leben oder arbeiten die Schutzimpfung gegen FSME.

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Einen 100-prozentigen Schutz vor Zecken gibt es nicht. Generell sollte man sich selbst und die eigenen Haustiere aber nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken absuchen. Je früher die Spinnentiere entdeckt werden, umso besser. Oft krabbeln sie erst einige Stunden auf dem Körper herum, bevor sie die für sie passende Stelle zum Andocken gefunden haben. So können sie noch vor einem Biss abgesammelt werden.

Außerdem raten Experten, jetzt den Impfschutz gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) aufzufrischen. Die Hirnhautentzündung ist virusbedingt und wird von Zecken übertragen. Neben FSME übertragen Zecken auch Borreliose, allerdings gibt es derzeit in Deutschland keine zugelassene Impfung für den Menschen gegen diese Erkrankung.

Zudem ist zu beachten, dass Zecken eigentlich zwischen November und Ende Februar Winterruhe haben. In dieser Zeit sollte der Befall mit Zecken deutlich zurückgehen. Jedoch haben Experten schon seit längerer Zeit beobachtet, dass die Zecken wohl auch aufgrund des Klimawandels und der milden Winter ihre Aktivitäten deutlich ausweiten.

Quelle: AFP