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60 Jahre Ostermärsche für atomare Abrüstung

Am 4. April 2018 ist es genau sechs Jahrzehnte her, dass die ersten Gegner der atomaren Aufrüstung auf die Straße gingen. Ziel des ersten Ostermarschs war eine Rüstungsfabrik im britischen Aldermaston in der Nähe von London. Dort wurde auch erstmals das Friedenszeichen aus der Feder von Gerald Holton eingesetzt.

In der Westhälfte der Bundesrepublik Deutschland wurde die Tradition der Ostermärsche zu Beginn der 1960er Jahre eingeführt. Zu den Initiatoren gehörten Andreas Buro, Helga Stolle und Konrad Tempel. Letzterer wurde auch zum ersten Sprecher des Organisationsbüros.

Was war der Anlass für den Start der Ostermärsche in Deutschland?

Der Auslöser findet sich in einem Statement, welches bereits im April 1957 von Konrad Adenauer abgebeben wurde. Damals bezeichnete er die Verbesserung der Atomwaffen verharmlosend als Weiterentwicklung der Artillerie. Dass zwischen der Wirkung der konventionellen Artilleriegeschosse und den Atomwaffen eine riesige Kluft vorhanden ist, hatten zum Ende des II. Weltkriegs bereits die Abwürfe von Atomwaffen über Hiroshima und Nagasaki gezeigt. Deshalb glaubten ihm die Rüstungsgegner selbstverständlich nicht, dass sie lediglich zum Zwecke der „abgestuften Abschreckung“ eingesetzt werden sollten. Deshalb wurde mit der Kampagne „Kampf dem Atomtod“ bereits im Jahr 1958 ein Vorläufer der späteren Ostermärsche gestartet. Damals schlossen sich sogar große Unternehmen der Kampagne an. Ein Beispiel dafür sind die Hamburger Verkehrsbetriebe, die vorrübergehend den Betrieb einstellten, um ihren Mitarbeitern die Teilnahme an den Friedenskundgebungen zu ermöglichen.

Welche Bedeutung haben die Ostermärsche heute?

In Deutschland ließ das Interesse an den Ostermärschen zu Beginn der 1970er Jahre nach. Erst nach der Entwicklung der Neutronenbombe stieg der Zulauf wieder stetig an. Ein erster Rekord bei den Teilnehmerzahlen wurde im Jahr 1983 erreicht, als rund 700.000 Teilnehmer an verschiedenen Events der Friedens- und Abrüstungsbewegung teilnahmen. 1986 sorgte die Kernschmelze im Atomkraftwerk Tschernobyl erneut für verstärkten Zulauf. Die gleiche Wirkung hatten die Auswirkungen der Erdbeben und des darauf folgenden Tsunamis im Jahr 2011 auf das Kernkraftwerk Fukushima. Die Ostermärsche richten sich heute nicht mehr nur gegen die atomare Aufrüstung, sondern haben das Ziel, eine Abrüstung auch im Bereich der konventionellen Waffen zu erreichen. Das wurde bei der Abschlussrede in Jahr 2018 deutlich, als sogar ein Austritt der Bundesrepublik Deutschland aus der NATO gefordert wurde.

Quelle: friedenskooperative.de