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21. Februar: Internationaler Tag der Muttersprache

einfache Weltkarte

Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein Aktionstag, der dazu beitragen soll, die kulturelle Vielfalt der Menschheit zu erhalten.

Ins Leben gerufen wurde der Internationale Tag der Muttersprache von der UNESCO (Resolution 30C/DR.35). Er fand erstmals im Jahr 2000 statt und geht eine von Bangladesch ausgehende Initiative zurück. Dass der 21. Februar eines jeden Jahres als Datum festgelegt wurde, hat historische Gründe. Das Datum soll an die Opfer der Polizeigewalt erinnern, die 1952 in Dhaka bei Protesten gegen die Festlegung von Urdu als alleinige Amtssprache in Pakistan ums Leben kamen. Die Entscheidung der damaligen Regierung bezüglich der Amtssprache führte zusammen mit der Unterdrückung der kulturellen Besonderheiten im Osten Pakistans im Jahr 1971 dazu, dass Bangladesch als separater Staat entstand.

Welche Ziele verfolgt der Internationale Tag der Sprachen?

Die UNESCO möchte mit dem Aktionstag dazu beitragen, dass so viele Minderheitensprachen wie möglich erhalten werden können. Nach der allgemeinen Definition handelt es sich dabei um eine Sprache, bei der es nur wenige Muttersprachler gibt. Auch in Deutschland finden sich solche Minderheitensprachen. Dazu gehören beispielsweise Plattdeutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Nordfriesisch und Saterfriesisch. Sie sind allein schon dadurch gefährdet, dass in Kindertagesstätten und Schulen Hochdeutsch gesprochen und gelehrt wird. Hinzu kommen die Folgen der sogenannten Sprachdrift. Dabei handelt es sich um die schleichende Übernahme der Mehrheitssprache (in der Regel die Amtssprache) in die ursprüngliche Minderheitensprache.
In Europa gelten beispielsweise Baskisch und Walisisch als potentiell gefährdete Minderheitensprachen. Auch Jiddisch, Korsisch, Ligurisch, Burgenlandkroatisch und Romani stufen Sprachwissenschaftler als vom Sprachentod in Europa bedroht ein. Bereits fast verschwunden sind in Europa Taskonisch, Manx und Kornisch. Deshalb wurde vom Europarat im Jahr 2001 ein ähnlicher Aktionstag auf europäischer Ebene ins Leben gerufen. Er findet alljährlich am 26. September statt. Daran beteiligen sich nicht nur die zur EU gehörenden Staaten, sondern Sprachaktivisten in mehr als 40 Ländern.

Welche Minderheitensprachen sind außerhalb der EU gefährdet?

In den USA und Kanada gibt es sehr viele Sprachen, die als ernsthaft gefährdet oder bereits vom Sprachverlust bedroht eingestuft werden. Dazu gehören Ahtna, Alutiiq, Arapaho, Caddo, Cheiyenne, Coushatta, Hawaiisch, Inupiaq, Keres, Lillooet, Hitchiti-Mikasuki, Mohawk, Nootka, Omaha-Ponca, Pawnee, Sauk-Fox, Shawnee und Tlingit (um nur einige Beispiele zu nennen). In Südamerika sind beispielsweise Achagua, Baniwa, Embera, Kawesquar, Mapudungun und Tucano betroffen. In Australien droht beispielsweise Adnyamathanha, Arrernte, Dyirbal, Guugu Yimidhirr und Kurrama der Sprachentod.

Quelle: UNESCO, Europarat