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16. November 2014 – Vierzig Jahre Arecibo-Botschaft

Am 16. November 2014 ist es auf den Tag genau vier Jahrzehnte her, dass die Menschheit die so genannte Arecibo-Botschaft in den Weltraum geschickt hat. Sie ging von einem Radioteleskop im Arecibo-Observatorium in Puerto Rico in der Nähe der gleichnamigen Stadt aus und wurde um 1.00 Uhr nach Atlantic Standard Time gesendet. Für den größten Teil des Inhalts der binär codierten Botschaft war Frank Drake verantwortlich. Frank Drake ist ein amerikanischer Astrophysiker und Astronom, der auch als einer der Initiatoren der SETI-Konferenz gilt.

Wissenswerte Fakten rund um die Arecibo-Botschaft

Das Ziel der Arecibo-Botschaft war es, Kontakt mit anderen Zivilisationen im Weltraum aufzunehmen. Da damals die Reichweite der Teleskope noch nicht so groß war wie heute, wurde der Kugelsternhaufen M13 aus dem Sternbild des Herkules als Zielpunkt ausgewählt. Dort gibt es mit einer durchschnittlichen Distanz zur Erde von etwa 25.000 Lichtjahren über 300.000 Himmelskörper. Die Arecibo-Botschaft wurde binär codiert und hatte einen Umfang von 1.679 Bit. Um die Arecibo-Botschaft grundsätzlich entschlüsseln zu können, reicht die Kenntnis der Primzahlen völlig aus. Der Hinweis auf die Anwendung der Mathematik findet sich direkt in der Startsequenz, denn dort wurden die Ziffern 1 bis 10 im Binärcode übermittelt. Die Übertragungsrate war mit zehn Bits pro Sekunde im Vergleich zur heutigen Technik sehr niedrig. Eine höhere Übertragungsrate war technisch auch damals möglich, allerdings legten Frank Drake und seine Kollegen ihr Augenmerk darauf, dass Übertragungsfehler möglichst vollständig ausgeschlossen werden sollten.

Welche weiteren Informationen enthielt die Arecibo-Botschaft?

Die gesamte Arecibo-Botschaft bestand aus sieben Abschnitten. Nach dem Start mit dem Binärcode der Zahlen folgten im zweiten Absatz einige chemische Elemente, an den sich im dritten Abschnitt der Arecibo-Botschaft die Nukleotide anschlossen. Im vierten und fünften Abschnitt wurden Angaben zur DNS und zum Menschen gemacht. Der sechste Abschnitt der Arecibo-Botschaft vermittelte Fakten zum Planeten Erde und den siebenten und letzten Part bildeten Angaben zur verwendeten Sendetechnik.

>h2>Welche Kritik gab es zur Arecibo-Botschaft?

Kritik kassierte Frank Drake an seiner Art der Verschlüsselung. Viele Kritiker sind der Meinung, dass durch die angewendeten mathematischen Tricks eine Entschlüsselung sehr schwierig wäre. Auch gab es Kritik daran, dass die Arecibo-Botschaft überhaupt gesendet wurde. Zu diesen Kritikern gehörten beispielsweise der Biologe Jared Diamond und Martin Ryle. In beiden Fällen ging es um mögliche Risiken, die von der Menschheit bei direkten Kontakten zu fremden Zivilisationen eingegangen werden müssen.

SETI- Der defensive Nachfolger der Arecibo-Botschaft

Statt Außerirdische mit der wiederholten Übertragung von Nachrichten wie eben der Arecibo-Botschaft direkt auf die Existenz der Menschheit aufmerksam zu machen, haben sich die Wissenschaftler schon in den 1960er Jahren damit beschäftigt, gezielt nach der Existenz anderer Zivilisationen im Weltraum zu suchen. Eines der bekanntesten Projekte ist SETI. Das Kürzel steht für „Search for Extraterrestrial Intelligence“. Auch am Projekt SETI ist Frank Drake entscheidend mit beteiligt. Der Startschuss für das gezielte Abhorchen des Weltraums fiel mit einem Radioteleskop mit einem Durchmesser von 26 Metern, das zum Green Bank Observatorium gehörte. 1979 erfuhr das Projekt SETI mit SERENDIP eine erhebliche Erweiterung. Der Initiator und Verantwortliche bei SERENDIP ist der in Berkeley ansässige Ableger der National University von Kalifornien. Seit 1972 wird der Weltraum auf eine Initiative der NASA hin auch mit Mikrowellen überwacht. Weitere Ableger von SETI sind META, BETA, SETI@home, SAZANKA und Dorothy. Bei SAZANKA handelt es sich um ein japanisches Projekt, bei Dorothy haben sich Wissenschaftler aus fünfzehn Ländern zusammengeschlossen. All diese Projekte haben gemeinsam, dass sie nicht wie mit der Arecibo-Botschaft eine aktive Kontaktaufnahme forcieren, sondern den Weltraum gezielt nach Anzeichen für intelligente Zivilisationen absuchen.