08. Juli 2018: 90 Jahre Graf Zeppelin

Am 08. Juli 1928 wurde das Starrluftschiff LZ 127 auf den bis heute bekannten Namen Graf Zeppelin getauft. Es ist das erfolgreichste Verkehrsluftschiff seiner Ära und wurde nach 21 Monaten Bauzeit am 18. September 1928 in Dienst gestellt. Die Taufe fand jedoch schon gut zwei Monate vorher statt.

Besonders interessant war auch die Finanzierung des damals beliebten Luftschiffs: Hugo Eckener legte dafür die Zeppelin-Eckener-Spende auf, mit der er insgesamt 2,3 Millionen Reichsmark einsammelte. Allerdings reichte das nur für einen Teil der Entwicklungskosten, so dass nach einigen Verhandlungen auch das Deutsche Reich noch 1,1 Millionen Reichsmark mit dazu gab. Die restlichen 0,8 Millionen Reichsmark hat die Luftschiffbau Zeppelin GmbH selbst aufgebracht.

Das Luftschiff Graf Zeppelin

Das Luftschiff mit seinen 236,6 Metern Länge und einem Durchmesser von 30,5 Metern entstand in Friedrichshafen. Angetrieben wurde das Luftschiff mit fünf Ottomotoren vom Typ Maybach VL2, die eine Gesamtleistung von 2.096 kW mit sich brachten. Dadurch konnte das Luftschiff Graf Zeppelin eine Reisegeschwindigkeit von 115 Stundenkilometern erreichen, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 128 Stundenkilometern. Die Motoren konnten mit Kraftgas und Benzin gleichermaßen betrieben werden und die Reichweite lag bei stolzen 12.000 Kilometern.

Zwei kleine Windgeneratoren waren außen an der Gondel angebracht, einer davon speiste die Funkanlage, der andere versorgte das Luftschiff Graf Zeppelin LZ 127 mit Strom für die Beleuchtung an Bord. Bekannt wurde das Luftschiff Graf Zeppelin unter anderem durch seine Orientfahrt im März 1929, die erste Südamerikafahrt im Mai 1930, die Weltfahrt 1929 und die Polarfahrt 1931, die das Luftschiff nach Norwegen und Spitzbergen brachte.

Luftschiffe nach wie vor begehrt

Heute sind Luftschiffe immer noch im Einsatz. Die lenkbaren Luftfahrzeuge werden vor allem für touristische Rundfahrten und die Luftwerbung, manchmal auch für Überwachungs- und Forschungsaufgaben genutzt. Bereits im 19. Jahrhundert begann die Zeit der Luftschiffe, die Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erlebte. In der zivilen Luftfahrt gelten die Luftschiffe, deren Antrieb auf aerostatischen Kräften beruht, als Pioniere. So nutzte die erste Luftfahrtgesellschaft auch die Luftschiffe als Verkehrsmittel. Diese beförderten die Passagiere im Liniendienst ganz ohne Zwischenstopp über den Atlantik.

Die Großluftschifffahrt begann im Ersten Weltkrieg, wo die Luftschiffe vor allem militärische Dienste ausführten. Sie wurden gerne zum Personen- und Gütertransport genutzt, aber auch für das Tragen von größeren Bombenlasten. Später dienten sie der Überwachung des Luftraums.

In Deutschland werden Luftschiffe heute von drei Unternehmen gebaut: GEFA-Flug in Aachen hat sich auf Heißluft-Luftschiffe spezialisieren, Prallluftschiffe werden von der WDL Luftschiffgesellschaft am Flughafen Essen/Mülheim hergestellt und die Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Friedrichshafen fertigt nach wie vor halbstarre Luftschiffe.

Quelle: Wikipedia